Abwehr/Mittelfeld/Angriffs-Pressing

  • Organisation

    Je nach Form Mannschaftsteile positionieren. vesch. Hütchen stellen die Angreifende Mannschaft. Von Anfang zum Schweren - heisst: 1.) einfaches Verschieben zum Hütchen (Vorgabe des Trainers). 2.) aktive Gegenspieler ersetzen Hütchen Die Einteilung des Spielfeldes in Zonen bietet eine Orientierungshilfe für die mannschaftstaktische Abstimmungen
  • Durchführung

    Je nach Pressing Form (Abwehr-, Mittelfeld-, Angriffspressing) die Zonen auf dem Feld beachten. Abwehrpressing: - Zone von Mittellinie bis eigene Grundlinie - Alle Spieler ziehen sich in die eigene Hälfte zurück - Gegner soll spätestens 20 - 25 Meter vor dem Tor abgefangen werden - Konterspiel, erfordert zweikampf-und kopfballstarke Spieler - hohe Laufbereitschaft der Offensivspieler Mittelfeldpressing - Mittleres Spielfelddrittel, 30 bis 40 Meter lang - Spitzen ziehen sich zunächst bis Nähe Mittellinie zurück, um Gegner zum geordneten Spielaufbau zu veranlassen - Dann durch verschieben aller Spieler um ca. 10 Meter Pressingmöglichkeit herstellen - Flexibles Abwehrverhalten, ermöglichst schnelles Spiel hinter die Abwehr und Angriffspressing - Torhüter an Strafraumlinie Angriffspressing: - Druck auf den Gegner bereits in der Strafraumnähe ausüben - Anfällig für weite Pässe oder Befreiungsschlag - Hohe psychische Belastung - Nur Zeitweise oder bei Rückstand möglich
  • Hinweis

    Abwehrpressing vor dem eigenen Tor: Die gesamte Mannschaft lässt sich zurückfallen und versucht, mit einer dicht gestaffelten Deckungsformation den Gegner unter Druck zu setzen. Das eigene offensive Spiel ist auf das Konterspiel ausgerichtet. Schnelles Überbrücken der Räume nach der Balleroberung durch geradliniges Spiel nach vorn. Elemente des Konters sind Steilpässe oder Diagonalpässe, Tempodribblings oder Kombinationsspiel über wenige Stationen. Ziel: Mit einem kompakten Deckungsverbund den Gegner spätestens 25 Meter vor dem eigenen Tor zu stellen und gleichzeitig große Räume für das Konterspiel schaffen. Die Stürmer ziehen sich bis in die eigene Spielhälfte zurück, was eine sehr hohe Laufarbeit verlangt und nach dem Ballgewinn lange, Kraftraubende Wege bis zum gegnerischen Tor bedeutet. Mittelfeldpressing: Alle Spieler bilden eine enge Deckung in einem 30 bis 40 Meter langen Raum im Bereich der Mittellinie. Nach Balleroberung können schnelle Pässe hinter die gegnerische Abwehr gespielt oder per Tempodribbling Alleingänge durchgeführt werden. Zudem kann schnell auf die Dritte Pressingform umgeschaltet werden. Ziel: Nach Ballgewinn schnelles Umschalten auf die Offensive (auch für das Konterspiel geeignet) oder Beruhigung des Spiels durch sicheren Spielaufbau. Angriffspressing: Angriffspressing ist die offensivste Pressingart. Dabei wird der Ballführende Spieler (meist ist es der Verteidiger oder der Torwart) bereits weit in dessen eigener Hälfte von den Angriffsspielern attackiert, während die übrigen Mannschaftsteile entsprechend vorschieben. Allerdings sollten nicht alle Feldspieler über die Mittellinie vorrücken, da in diesem Fall die Abseitsregel aufgehoben wäre. Ziel: Nach Balleroberung soll der schnelle Torabschluss gesucht werden, da der Gegner noch im Umschaltprozess von Offensive auf Defensive ist. Andererseits befinden sich noch mehrere gegnerische Spieler in Ballnähe vor dem eigenen Tor, die den Ballbesitzer oder den Stürmer sofort wieder bedrängen können. Zudem begünstigt erfolgloses Angriffspressing einen schnellen Durchbruch des Gegners. Drei Komponenten des Pressing: Pressing erfordert abgestimmte Verhaltensweisen der beteiligten Spieler, die auch als Bedingungen Ballorientierten Abwehrverhaltens bezeichnet werden. Pressing auf den Ball: Der Verteidiger läuft den Ballführenden Gegenspieler schnell an, reduziert sein Lauftempo auf den letzen Schritt, bietet ihm dabei möglichst nur eine Seite zum Dribbling an, indem er ihn zumeist nach außen drängt und attackiert ihn. Sichern und Lückenpressing: Die Spieler, die den Angreifer nicht direkt attackieren, machen die Räume und die Lücken um den attackierenden Spieler eng. Bei Ballbesitz auf der Außenbahn sichert ein Spieler auf der inneren Linie seitlich hinter dem pressenden Spieler, andere stellen mögliche Passwege des Ballbesitzers zu oder stellen sich so, dass sie ein mögliches Abspiel rechtzeitig abfangen können. Bei Ballbesitz im Zentrum errichten die sichernden Verteidiger ein Abwehrdreieck gegen den Ball, um bei Dribbling oder Pass an dem attackierenden Mitspieler vorbei eingreifen zu können. Gegnerdeckung: Gleichzeitig decken sie oder weitere Verteidiger die in Ballnähe befindlichen Angreifer eng. Diese vielfältigen Handlungsmuster bedürfen höchster Aufmerksamkeit. Wann ist es sinnvoll, den Ballbesitzer zu attackieren oder nur zu stellen? Wann sichere ich meinen Mitspieler, wann stelle ich den Passweg zu? Wann decke ich eng, wann vergrößere oder verringere ich den Abstand zum nicht Ballbesitzenden Gegenspieler, um möglicherweise einen Pass auf diesen zu provozieren, den ich wiederum abfangen kann. Die Entscheidung für eine Handlungsalternative muss schnell getroffen werden. Daher ist es notwendig, die Bedingungen für eine Entscheidung einzugrenzen. Das geschieht mit Hilfe gegenseitiger Verständigung, die wiederum auf der Grundlage im Training erarbeitet und festgelegter Automationen erfolgen muss. Häufige Fehler: Gründe für erfolgloses Pressing können die nachfolgenden Punkte sein: Es wird kein lautstarkes Kommando erteilt: Mitspieler die die Pressing Situationen nicht erkannt haben, beteiligen sich zu spät an den Aktionen. Nicht alle Spieler beteiligen sich am Pressing Langsames Anlaufen zum Ballbesitzer, der dadurch Zeit für Alternativhandlungen gewinnt, z. B. einen langen Pass in die Tiefe oder zum Flügelwechsel. Der Torhüter rückt beim Mittelfeld- und Abwehrpressing nicht vor und kann erzwungene lange Pässe des Gegners nicht abfangen. Gegenseitiges Coaching: Pressing kann nur erfolgreich sein, wenn gemeinsam agiert wird. In Ballnähe dürfen keine freien Räume entstehen, der Ballführende Angreifer muss durch Zeit- und Gegnerdruck zu unüberlegten Handlungen verleitet werden. Alle Pressingformen sind durch die Notwendigkeit des gegenseitigen Coaching gekennzeichnet. Die Aufforderung zum Pressing durch den Trainer kann zwar als übergeordnete Anweisung hilfreich sein, die jeweilige Situation wird jedoch durch die Position des Balles und das Verhalten der gegnerischen Mannschaft bestimmt. Die entsprechenden Reaktionen und Verständigungen müssen durch die beteiligten Spieler erfolgen. Grundsätzlich gilt: Der Hintermann hat die bessere Übersicht und organisiert die Aktionen des Vordermannes: Das Signal zum Pressing soll möglichst ein Innenverteidiger oder zentraler Mittelfeldspieler geben. Das Signal kann auch durch das Verhalten eines eigenen Spielers gegeben werden. Dieser soll das Pressing allerdings sofort abbrechen, wenn er "von hinten" dazu aufgefordert wird. Im Idealfall ist die gesamte Mannschaft so organisiert, dass alle Spieler eine der aufgeführten, zum Pressing geeigneten Situation sofort erkennen, einheitlich deuten und gemeinschaftlich das Pressing einleiten.

Taktik:

Pressing [Abwehrpressing]


Trainingsaufbau:

Hauptteil/Schwerpunkt


Dauer:

15 min

Autor: Daniel Pfeifer


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