Die Coronakrise hat den Sportbetrieb nahezu komplett lahmgelegt. Selbstverständlich auch den Mannschaftssport Fußball, welcher sich auch durch Zweikämpfe, gemeinsamen Torjubel, das enge Gedränge im Strafraum bei Ecken oder auch mal durch eine Rudelbildung nach einem überharten Tackling auszeichnet. Alles Spielsituationen, in denen die Spieler sehr eng beieinander sind und die nicht unbedingt förderlich für die Eindämmung der Pandemie sind.
Nichtsdestotrotz sehnen wir Trainer den Fußball wieder herbei und hoffen, dass ein Mannschaftstraining bald wieder realisierbar ist. Die meisten Profiteams sind bereits wieder dazu übergegangen, in kleinen Gruppen zu trainieren, und auch im Amateurbereich haben mit Sicherheit viele Spieler allein trainiert, um fit zu sein, wenn es wieder losgeht. Die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen, welche nach und nach in Kraft treten, machen aber Hoffnung darauf, dass bald wieder im Team trainiert werden kann.
Doch wie lässt sich ein Mannschaftstraining in Zeiten von Corona gestalten? Es wäre von uns Trainern verantwortungslos, direkt wieder so weiterzumachen wie vor den Beschränkungen. Es sollte natürlich gewährleistet sein, dass permanent ein angemessener Abstand zwischen allen beteiligten Akteuren des Trainings vorhanden ist. Dies fängt bei der Begrüßung an, setzt sich in der Umkleidekabine fort und sollte dann auch auf dem Platz umgesetzt werden.
Wie eingangs erwähnt, lebt der Fußball stark vom Körperkontakt. Besonders Zweikämpfe sind ein wesentlicher Teil des Sports und helfen, dass die Spieler Übungen unter Druck durchführen können. Jedoch wäre es zu einfach gedacht, dass kein spielnahes Training ohne Zweikämpfe möglich ist. Drucksituationen lassen sich auch durch Zeitvorgaben oder Wettkämpfe erzeugen. Außerdem gibt es genug Trainingsschwerpunkte, welche auch ohne Zweikämpfe wirksam trainierbar sind und einen ausreichenden Abstand unter den Spielern garantieren.
In dieser Woche werden unterschiedliche Torabschlüsse trainiert – vom direkten Abschluss aus kurzer Distanz bis zum Fernschuss aus dem Dribbling heraus. Mithilfe der verschiedenen Abschlusssituationen soll auch das Repertoire der Schusstechniken erweitert bzw. wieder aufgefrischt werden. Zusätzlich sollen die Spieler dazu animiert werden, mutig aufs Tor zu schießen, ohne zu zögern. Ein Pass sollte nur dann gespielt werden, wenn sich der Mitspieler in einer deutlich besseren Abschlussposition befindet.