Jahrestrainingsplan · U14–U23

Woche 37: Kombinieren durchs Zentrum

3 komplette Trainingseinheiten mit 12 Übungen – erstellt von lizenzierten Trainern. Öffne jede Übung mit einem Klick in der easy2coach Web-App.

Darum geht es diese Woche

Durch das kompakte Verteidigen im modernen Fußball sind die Räume im Zentrum besonders eng. Dadurch wird das Angreifen durch die Feldmitte besonders schwer. Doch wer sich trotzdem erfolgreich durch das Zentrum des Gegners kombinieren möchte, benötigt technisch gut ausgebildete Spieler – die 1. Kontakte müssen sauber sein, das Passspiel sollte präzise sein und der Ball muss beim Dribbling förmlich am Fuß kleben.

Neben den technischen Anforderungen helfen auch ein abgestimmtes Anbiete- und Freilaufverhalten, um den Ball durchs Zentrum in die torgefährliche Zone zu bringen. Zusätzlich können die Spieler durch einstudierte Lösungsansätze für ein Kombinationsspiel durch das Zentrum unterstützt werden.

Die Anforderungen, um erfolgreich durch die Feldmitte zu kombinieren, sind hoch. Doch gelingt es deiner Mannschaft, erfolgreich einen Angriff über die Mitte durchzuführen, stehen die Chancen für einen Treffer deutlich höher als bei einem Angriff über die Flügel.

In den insgesamt 3 Einheiten zum Kombinieren durch das Zentrum wird der Schwerpunkt in 3 Teilbereiche unterteilt:

  • Von der Innenverteidigerposition die Mittelfeldspieler einsetzen
  • Von der Innenverteidigerposition einen Stürmer einsetzen
  • Als Mittelfeldspieler einen Stürmer einsetzen

Autor Luis Österlein

Trainingseinheit 1

4 Übungen

Wenn ein defensiver Mittelfeldspieler von einem Innenverteidiger eingesetzt werden soll, ist es ideal, wenn der Sechser das Spiel offen zur Spielrichtung fortsetzen kann. Wird der defensive Mittelfeldspieler jedoch mit Gegenspieler im Rücken angespielt, bleibt häufig nur die Option den Ball wieder zurück zum Innenverteidiger zu passen.

Damit es deinem Team gelingt deinen deine Sechser in einer offenen Stellung in Szene zu setzen, können die folgende Lösungsansätze helfen:

  • Überzahl im Zentrum: Hat das eigene Team im Zentrum Überzahl, beispielsweiße wenn der Gegner im 4-4-2 verteidigt und dein Team im 4-1-2-1-2 agiert, ist der Sechser oftmals frei. Die beiden Achter binden im Idealfall die zentralen Mittelfeldspieler des Gegners und der Sechser kann sehr gut eingesetzt werden. Dafür kann dieser sich entweder auf Lücken zwischen den beiden Stürmern anbieten oder auf die ballferne Seite absetzten. Wichtig dabei ist, dass der Sechser sich dabei in einer halboffenen Stellung bewegt und sich immer wieder vororientiert. Denn spätestens mit dem Zuspiel auf den Sechser, sollte dieser Druck bekommen.
  • Gelichzahl im Zentrum: Agiert sowohl dein eigenes als auch das gegnerische Team im 4-4-2 wird es deutlich schwieriger deine zentralen Mittelfeldspieler offen in Aktion zu bringen. Ein möglicher Weg ist es, dass der ballnahe, zentrale Mittelfeldspieler in die Tiefe startet und seinen Gegenspieler mitzieht. Zeitgleicht startet der ballferne, zentrale Mittelfeldspieler explosiv in den geöffneten Raum und kann von dem ballführenden Innenverteidiger eingesetzt werden. Vorausgesetzt der ballferne, zentrale Mittelfeldspieler konnte sich von seinem Gegenspieler lösen und der ballnahe, zentrale Mittelfeldspieler konnte seinen Gegenspieler mitreißen. Eine weitere Option ist das Überspielen einer Reihe im Mittelfeld. Dafür müssen die Mittelfeldspieler in einer Tiefenstaffelung agieren. Setzt der Innenverteidiger nun den tiefen agierenden Mittelfeldspieler ein, kann dieser den Ball auf den 2. Sechser klatschen lassen. Dafür muss der Sechser dem Ball sofort nachgehen, wenn dieser überspielt wurde.
  • Dynamische Dreierkette: Agiert der Gegner mit 2 Spitzen, lässt sich der Sechser gegen 2 Stürmer neben bzw. zwischen die beiden Innenverteidiger fallen. Nun kann die entstandene Überzahl ausgespielt werden, indem der Ball in der Dreierkette verlagert wird. Kommen die Stürmer beim Verschieben nicht nach, kann dann ins Mittelfeld angedribbelt werden.
Coaching Points der Einheit
  • Positionswechsel: ballnah geht, ballfern kommt
  • Dynamische Dreierkette als Option gegen 2 Spitzen
  • Ballfern absetzen (gegen die Verschieberichtung)
  • Auf Lücke anbieten
  • Tiefenstaffelung bilden: 1 Reihe überspielen und klatschen lassen (Ball sofort nachgehen)
Übung 1

Passform mit offener Annahme

20 min

Variante 1:

  • Spieler B geht 1,5 Meter in seitlich offener Stellung nach links.
  • Spieler A passt mit einem Innenseitstoß auf den offenen Fuß von Spieler B.
  • Spieler B kontrolliert den Ball und spielt einen zielgerichteten Innenseitstoß auf den offenen Fuß von Spieler C, der sich zuvor 1,5 Meter nach links absetzt.
  • Spieler C passt zu Spieler D, der sich nach rechts absetzt.
  • Spieler D spielt mit Spieler E einen Doppelpass; Spieler E dribbelt zur Startposition.
  • Jeder Spieler läuft an die nächste Markierung.

Variante 2:

  • Spieler C geht 1,5 Meter in seitlich offener Stellung nach links.
  • Spieler A spielt einen zielgerichteten Innenseitstoß auf den gegnerfernen Fuß von Spieler C.
  • Spieler C schließt sich und klatscht den Ball in den Raum von Spieler B.
  • Spieler B spielt einen zielgerichteten Innenseitstoß auf den gegnerfernen Fuß von Spieler D.
  • Spieler D klatscht auf Spieler C, Spieler C passt zu Spieler E.
  • Spieler E lässt den Ball auf Spieler D klatschen; Spieler D spielt mit Spieler E einen Doppelpass, und Spieler E dribbelt zur Startposition.
  • Jeder Spieler läuft an die nächste Markierung.
Material & Aufbau

Feld: Fünf Hütchen markieren die Positionen A bis E.

Material: 5 Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Jedes Hütchen wird mit einem Spieler besetzt; am ersten Hütchen stehen mindestens vier Spieler.

Coaching Points
  • In Variante 1 beim Absetzen von den Hütchen nur seitlich und nicht nach hinten gehen.
  • In Variante 1 scharf in den Vorderfuß spielen.
  • In Variante 1 den Ball so kontrollieren, dass im Idealfall nur ein Zwischenschritt bis zum Pass nötig ist.
  • In Variante 2 nach dem Klatschball kurz verzögern.
  • Sobald ein Spieler überspielt wurde, startet er in hohem Tempo nach — jedoch nicht vor dem Pass, weil sonst ein Querpass entsteht.
Übung 2

3 gegen 1 Kombination

20 min
  • Ziel der Übung ist es, den Zehner so anzuspielen, dass er in ein 1 gegen 1 mit dem Fünfer gehen kann.
  • Der erste Pass geht immer zum Sechser, der entweder mit dem Zweier kombiniert oder direkt aufdreht und zum Zehner spielt.
  • Der Achter versucht, das zu unterbinden. Gewinnt er den Ball, üben Zwei, Vier und Sechs sofort wieder Druck auf ihn aus.
  • Wird der Zehner erfolgreich angespielt, geht er in das 1 gegen 1 mit dem Fünfer und versucht, über dessen Linie zu dribbeln.
  • Nach dem 1 gegen 1 spielt der Zehner den Achter an, der zurück auf den Vierer spielt; dieser startet die nächste Aktion.
  • Der nächste Durchgang beginnt auf der anderen Seite.
Material & Aufbau

Feld: Sechs Hütchen markieren die Positionen und die Ziellinie des Zweikampfs.

Material: 6 Hütchen, 3 Leibchen und mehrere Bälle.

Spieler: Die Positionen Zwei, Vier, Sechs, Acht, Zehn und Fünf.

Coaching Points
  • Der Sechser spielt den Ball bei direktem Gegnerdruck im Rücken mit dem gegnerfernen Fuß zum Zweier.
  • Der Zweier verarbeitet den Ball nach Möglichkeit mit dem spieloffenen Fuß zügig und spielt mit dem zweiten Kontakt zum Zehner.
  • Der Vierer teilt dem Sechser über den angespielten Fuß und über ein Kommando die Anschlussaktion mit: Pass auf den spieloffenen Fuß bedeutet aufdrehen, Pass auf den gegnerfernen Fuß bedeutet klatschen lassen.
Übung 3

Pass in die Tiefe im 4 gegen 4 mit Anspieler

20 min32 x 16 Meter
  • Innerhalb des Feldes wird im 4 gegen 4 gespielt.
  • Die Neutralen spielen immer mit dem ballbesitzenden Team.
  • Ziel ist es, den Ball zwischen den beiden Stirnseiten laufen zu lassen.
  • Dabei sollen die Neutralen aus der entfernten Hälfte angespielt werden.
Material & Aufbau

Feld: Vier Hütchen markieren das Spielfeld.

Material: 4 Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Teams zu je vier Spielern; an den Stirnseiten stehen jeweils zwei neutrale Spieler.

Coaching Points
  • Das Spielfeld groß machen.
  • Sich auf den tiefen Positionen aus dem Deckungsschatten lösen.
  • Die Neutralen agieren mit höchstens zwei Kontakten und stoppen den Ball nicht tot.
  • Sich in offener Stellung anbieten.
  • Sich überspielen lassen und für einen Klatschball nachgehen.
Übung 4

6 gegen 6 + 2 Überzahlspieler

30 min
  • Gespielt wird im freien Spiel 6 gegen 6 mit zwei Überzahlspielern.
  • Die Überzahlspieler agieren immer mit dem ballbesitzenden Team entlang der Seitenauslinien und dürfen nur direkt spielen.
Material & Aufbau

Feld: Hütchen markieren das Spielfeld; an den Enden stehen zwei Tore.

Material: Hütchen, 2 Tore und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Sechserteams, zwei Überzahlspieler und zwei Torhüter.

Coaching Points
  • Mutig Reihen überspielen.
  • Die Überzahlspieler für das Spiel über den Dritten nutzen.
  • Dem Ball nachgehen, wenn man überspielt wurde.
  • Eine Tiefenstaffelung im Mittelfeld bilden.
Die komplette Einheit als fertiger Trainingsplan – mit animierten Übungen in der Web-App. Zur Web-App

Trainingseinheit 2

4 Übungen

Um den Ball von Abwehr direkt in die Spitze zu spielen, bedarf es nicht nur ein scharfes und präzises Passspiel der Innenverteidiger. Auch die Raumaufteilung und das Freilaufverhalten im Mittelfeld spielt eine entscheidende Rolle. Die zentralen Mittelfeldspieler müssen die Halbräume geschickt öffnen, so dass der Innenverteidiger direkt in die Tiefe spielen kann. Außerdem müssen die Spitzen die Spielsituation erkennen und sich in der Passlücke anbieten.

Es jedoch nicht immer der zentrale Stürmer sein, welcher eingesetzt wird. Auch ein äußerer Mittelfeldspieler oder ein Außenstürmer kann direkt von dem Innenverteidiger eingesetzt werden. Dafür startet dieser von der Außenposition in den Halbraum.

Doch unabhängig davon, welcher Spieler in der Tiefe eingesetzt wird, muss der Passweg durch das Mittelfeld erstmal geöffnet werden. Dafür haben die zentralen Mittelfeldspieler folgende Optionen:

  • Der zentrale Mittelfeldspieler setzt sich in einer offenen Stellung aus dem Halbraum ins Zentrum ab. Reißt der zentrale Mittelfeldspieler seinen Gegenspieler mit, kann der Ball im Halbraum in die Tiefe gespielt werden. Hält der Gegenspieler seine Position, kann der zentrale Mittelfeldspieler im Zentrum in den spieloffenen Fuß angespielt werden und den Ball weiter in die Spitze spielen.
  • Der Sechser kommt den ballbesitzenden Innenverteidiger entgegen und zieht seinen Gegenspieler mit. Der Innenverteidiger spielt den Sechser trotzdem an. Dieser lässt den Ball wieder klatschen und öffnet das Halbefeld, indem er sich im Anschluss ins Zentrum bewegt. Wichtig, um einen Pass für den Innenverteidiger in die Tiefe zu ermöglichen ist, dass der Sechser den Ball diagonal nach außen klatschen lässt.
  • Agiert dein Team im 3-4-3 agieren deine äußeren Innenverteidiger etwas breiter, als wenn du mit 2 Innenverteidigern das Spiel aufbaust. Dadurch ergibt sich eine andere Option des entgegengesetzten Freilaufens. Der ballnahe, zentrale Mittelfeldspieler spielt einen Klatschball mit dem Innenverteidiger. Im Anschluss startet der zentrale Mittelfeldspieler diagonal nach außen in die Tiefe. Zeitgleich zieht der ballnahe Außenstürmer in Richtung Zentrum und wird vom Innenverteidiger eingesetzt. Vorausgesetzt dem zentralen Mittelfeldspieler gelingt es seinen Gegenspieler mitzuziehen.
Coaching Points der Einheit
  • Innenverteidiger: Bälle scharf in die Tiefe spielen. Über weitere Distanzen eignet sich ein flachen Innenspannstoß
  • Zentrale Mittelfeldspieler: Halbraum geschickt freiziehen
  • Stürmer: äußere Mittelfeldspieler und Außenstürmer: Lücken im Mittelfeld (besonders im Halbraum) erkenne und diese belaufen. Dabei dem Pass nicht weiter als nötig entgegenkommen
  • Gegengliche Freilaufbewegungen zwischen den Mittelfeldspielern und den Spielern in der Tiefe
  • Spieler in der Tiefe: Ball mit dem gegnerfernen Fuß verarbeiten bzw. klatschen lassen
  • Sobald der Innenverteidiger einen Spieler in der Tiefe einsetzt, müssen die zentralen Mittelfeldspieler für einen Klatschball nachgehen
Übung 1

Felderdribbling mit verschiedenen Aufgaben

15 min20 x 20 Meter

Die Spieler dribbeln in ihrem Viereck frei oder nur mit rechts beziehungsweise nur mit links. Auf optische und akustische Signale führen sie Zusatzaufgaben aus:

  • Händeklatschen: auf den Ball hocken
  • Rechten Arm heben: den Ball zwischen den Beinen pendeln
  • Linken Arm heben: den Ball mit der Sohle führen
  • Zwei Pfiffe: Feldwechsel im Uhrzeigersinn
  • Drei Pfiffe: Feldwechsel gegen den Uhrzeigersinn
  • Ein Pfiff: Feldwechsel diagonal
Material & Aufbau

Feld: Ein großes Viereck, an dessen Ecken vier kleinere Vierecke liegen.

Material: Hütchen und Kegel sowie je Spieler ein Ball.

Spieler: Die Spieler werden gleichmäßig auf die vier kleineren Vierecke aufgeteilt.

Coaching Points
  • Auf enge Ballführung achten.
  • Den Blick vom Ball lösen.
  • Ständig Tempo- und Richtungswechsel einbauen.
Übung 2

Spielform mit 3 Zonen

20 min
  • In Feld 1 spielt Gelb im 4 gegen 2 gegen Team Rot.
  • Ziel von Team Gelb ist es, fünf Pässe in Folge zu spielen; das Überzahlteam hat dabei keine Kontaktbegrenzung.
  • Gelingt das, versucht das Team, den Ball an den roten Spielern der Mittelzone vorbei zu Team Blau zu passen.
  • Gelingt auch das, rutschen die beiden roten Spieler aus der Mittelzone in das Feld zu Blau und spielen dort ebenfalls in Unterzahl; die anderen beiden roten Spieler rutschen in die Mittelzone.
  • Team Rot darf die Mitte nur verlassen, wenn es den Ball erobert und einen der beiden Mittelspieler anspielt.
  • Dann wechselt das Team, das gerade noch in Überzahl war, in die Unterzahlposition: Zwei Spieler schieben in das Feld zu Rot, die anderen beiden bleiben in der Mittelzone.

Variationen:

  • Die für einen Feldwechsel erforderliche Passzahl erhöhen.
  • Die Kontakte der Überzahlmannschaft auf drei, zwei oder einen reduzieren.
  • Auch bei Ausbällen findet ein Wechsel statt.
Material & Aufbau

Feld: Vier Hütchen markieren das Spielfeld, das in drei Zonen geteilt wird.

Material: 4 Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Drei Vierergruppen — Gelb, Rot und Blau. Gelb steht in Feld 1, Blau in Feld 2; von Rot stehen zwei Spieler bei Gelb und zwei in der Mittelzone.

Coaching Points
  • Den Pass in das andere Feld gut vorbereiten.
  • Den Pass scharf durch die mittlere Zone spielen.
Übung 3

Spielform: Spielaufbau Innenverteidiger

20 min15 x 25 Meter
  • Ziel der Übung ist es, den Ball von Innenverteidiger zu Innenverteidiger zu bringen.
  • Im Feld wird 4 gegen 4 gespielt oder 2 x 2 gegen 2; bei dieser Variante bleiben je zwei Spieler jeder Mannschaft immer in ihrer Feldhälfte.
  • Die Außenspieler agieren mit dem ballbesitzenden Team und dürfen nur mit einem oder zwei Kontakten zurückspielen.
  • Es gibt einen Punkt, wenn der Ball von Innenverteidiger zu Innenverteidiger kombiniert wird, und einen Sonderpunkt, wenn der Innenverteidiger direkt zum anderen Innenverteidiger passt.
Material & Aufbau

Feld: Sechs Hütchen markieren das Feld, das in zwei Hälften geteilt wird.

Material: 6 Hütchen, 1 Ball und Leibchen.

Spieler: Je ein Innenverteidiger an jedem Ende des Feldes, je zwei neutrale Anspieler an jeder Seite sowie die Feldspieler.

Coaching Points
  • Es herrscht ständig Überzahl für die ballbesitzende Mannschaft.
  • Die Verteidiger müssen daher im Raum verteidigen, ohne den Ball auf die andere Seite durchkommen zu lassen.
Übung 4

Überzahlspiel mit Zonen

25 min
  • In den Außenzonen spielen zwei Verteidiger gegen einen Stürmer, in der Mittelzone wird 2 gegen 2 gespielt.
  • Die Spieler versuchen, in die nächste Zone zu spielen.
  • Gelingt das, schiebt ein Spieler des ballbesitzenden Teams aus der vorherigen Zone mit in die nächste Zone nach.
  • Der Ball kann auch sofort in die letzte Zone gespielt werden; dann rückt ein Spieler aus der mittleren Zone sofort nach.
  • Die Spieler der verteidigenden Mannschaft bleiben in ihrer Zone.

Variationen: Die ballbesitzende Mannschaft spielt in den Zonen in Unterzahl.

Material & Aufbau

Feld: Hütchen markieren das Spielfeld, das in drei gleich große Zonen geteilt wird; an den Enden stehen zwei Tore.

Material: 2 Tore, Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei zahlenmäßig gleich starke Teams; dazu Torhüter. In den Außenzonen stehen je zwei Verteidiger und ein Stürmer, in der Mittelzone je zwei Spieler pro Team.

Coaching Points
  • Die Überzahl nutzen, um schnell zu kombinieren.
  • Die Überzahl nutzen, um das Spiel breit zu machen und den Gegner laufen zu lassen.

Trainingseinheit 3

4 Übungen

In der letzten Einheit zum Kombinieren durch das Mittelfeld wird es um Zuspiele aus dem zentralen Mittelfeld in die Sturmspitze gehen. Dabei wird es sowohl um Pässe vor die gegnerische Kette als auch um Bälle in den Rücken der Abwehr gehen.

Damit der zentrale Mittelfeldspieler einen vielversprechenden Angriff einleiten kann, ist ein abgestimmtes Freilaufverhalten der Stürmer von Nöten. Dabei kann sich besonders der ballnahe Stürmer immer wieder für ein kurzes Anspiel zeigen, um den Gegenspieler mitzuziehen. Dadurch entsteht eine Lücke in der gegnerischen Kette. Diese kann ein ballferner Stürmer bzw. ein Außenstürmer belaufen.

Ist das Spiel in die Tiefe nicht möglich, kann die ballnahe Spitze angespielt werden. Diese wird in aller Regel einen Gegenspieler im Rücken haben, wodurch ein Aufdrehen nur schwer möglich ist. Deshalb sollte ein ballnaher, zentraler Mittelfeldspieler für einen Klatschball nachgehen. Alternativ kann die ballnahe Spitze auch versuchen den Ball auf einen Flügelspieler in die Tiefe weiterzuleiten.

Folgt der gegnerische Innenverteidiger der ballnahen Spitze sehr eng, kann diese einen Bogenlauf anwenden. Dafür läuft der Stürmer erst ein paar Meter in Richtung des ballführenden Mittelfeldspielers. Dann kippt der Stürmer plötzlich im Bogen in die Tiefe ab. Dabei beläuft der Stürmer die Schnittstelle zwischen dem gegnerischen Innen- und Außenverteidiger.

Coaching Points der Einheit

Stürmer:

  • Gegengleiche Freilaufbewegungen: ballanh kommt, ballfern geht
  • Innenverteidiger folgt sehr eng: Bogenlauf anwenden
  • Aus dem Deckungsschatten der gegnerischen Mittelfeldreihe lösen
  • Laufwege in die Tiefe suchen (ballfern absetzen, parallel zu Kette bewegen und mit dem Zuspiel explosiv in die Tiefe starten)

Mittelfeldspieler:

  • Bei einem kurzen Anspiel für ein Klatschball nachgehen
  • Pässe in den Rücken der Abwehr spielen
Übung 1

Spielaufbau durch Zentrum - Passfolge

20 min
  • Nachdem der Innenverteidiger die Seite verlagert hat, kippen beide Sechser zeitgleich ab und achten dabei auf eine diagonale Staffelung.
  • Nachdem der ballferne Sechser den Ball erhalten hat, dreht er auf und spielt den Ball tief auf den Zehner.
  • Der Zehner klatscht den Ball auf den ballnahen Sechser, der zurück auf den ersten Innenverteidiger spielt.
  • Damit startet die Passfolge von vorne.
Material & Aufbau

Feld: Hütchen markieren die Anfangspositionen.

Material: Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Innenverteidiger, zwei Sechser und ein Zehner.

Coaching Points
  • Auf ein präzises und scharfes Passspiel in die offene Spielstellung achten.
  • Auf hörbares Coaching Wert legen — Dreh, Klatsch.
Übung 2

Koordination, Technik und Antritt

15 min
  • Die Spieler überlaufen die Hürden nach Vorgabe.
  • Kurz bevor sie die vorletzte Hürde erreichen, spielt der Trainer einen Ball vor die letzte Hürde.
  • Der Spieler passt direkt zurück und sprintet aus der Drehung bis zur Stange.

Variationen:

  • Der Trainer wirft den Ball halbhoch oder zum Kopfball zu.
  • Eine zweite Zielstange in einer anderen Farbe auf der gegenüberliegenden Seite aufstellen. Mit dem Zuspiel nennt der Trainer die Farbe einer der beiden Stangen; der Spieler sprintet nach seinem Pass zu dieser Stange.
Material & Aufbau

Feld: Sechs Hürden liegen hintereinander. Fünf Meter hinter der letzten Hürde steht der Trainer, zehn Meter diagonal vor ihm eine Zielstange.

Material: 6 Hürden, 1 Zielstange und mehrere Bälle.

Spieler: Die Spieler starten nacheinander.

Coaching Points
  • Die Übung in hoher Qualität ausführen.
  • Die Pässe scharf und genau zurückspielen.
  • Das Tempo nach und nach erhöhen.
Übung 3

Spielverlagerung in Spielform

25 min24 x 12 Meter
  • Es wird im 3 gegen 3 auf Ballhalten gespielt.
  • Die ballbesitzende Mannschaft erhält für jede fehlerfreie Spielverlagerung von einem Neutralen zum anderen einen Punkt.
Material & Aufbau

Feld: Vier Hütchen markieren das Spielfeld.

Material: 4 Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Dreiergruppen und zwei neutrale Spieler.

Coaching Points
  • Auf die Vororientierung achten.
  • Den Ball mit dem ersten Kontakt in die neue Spielrichtung mitnehmen.
  • Aus engen Spielsituationen herausspielen.
  • Aus dem Deckungsschatten des Gegners heraustreten.
Übung 4

Spielform Flügel

25 minHalbes Spielfeld
  • Es wird im freien Spiel im 8 gegen 7 gespielt.
  • Eine Mannschaft agiert mit Viererabwehrkette und Dreiermittelfeld und versucht, über die Mittellinie zu kontern.
  • Das andere Team startet das Spiel nach einem Zuspiel des Trainers und agiert mit Vierermittelfeld und drei Angreifern.
  • Ihr Ziel ist der Abschluss auf das Tor.
Material & Aufbau

Feld: Kegel markieren das Spielfeld; an einem Ende steht ein Tor.

Material: Kegel, 1 Tor und mehrere Bälle.

Spieler: Ein Team mit acht Spielern gegen ein Team mit sieben Spielern; dazu ein Torhüter.

Coaching Points
  • Der Stürmer verarbeitet den Ball mit dem gegnerfernen Fuß.
  • Er agiert dabei in einer seitlichen Stellung zum Gegenspieler, um den Abstand zwischen Ball und Gegenspieler möglichst groß zu halten.
  • In dieser Stellung zeigt die Körpervorderseite zum Zentrum, sodass der Ball in die Mitte mitgenommen werden kann.
  • Angriffe werden zügig zu Ende gespielt.
  • Der Achter schiebt nach einem Ball in die Tiefe sofort nach, um anspielbar zu sein.
  • Er hält das Zentrum und bindet Gegenspieler, um den Passweg in den Halbraum zu öffnen.
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