Jahrestrainingsplan · U14–U23

Woche 38: Außenverteidiger offensiv

3 komplette Trainingseinheiten mit 12 Übungen – erstellt von lizenzierten Trainern. Öffne jede Übung mit einem Klick in der easy2coach Web-App.

Darum geht es diese Woche

Die Position des Außenverteidigers stellt hohe technische Anforderungen und erfordert eine gute Kondition, falls sie stark in das Offensivspiel integriert ist. Bei gegnerischem Ballbesitz bilden der linke und der rechte Außenverteidiger eine kompakte Kette mit den beiden Innenverteidigern. Anders sieht es bei eigenem Ballbesitz im Spielaufbau aus. Die Abwehrspieler schieben hoch und machen das Spielfeld breit. Die Beteiligung am Offensivspiel ist groß und dabei begrenzt sich der Aktionsradius der Außenverteidiger nicht nur auf das mittlere Drittel.

Durch Dribblings, Vorder- und Hinterlaufen schalten sich die Außenverteidiger auch stark im letzten Drittel mit ein. Dabei sorgen sie vor allem durch Flanken von der Grundlinie und aus dem Halbfeld für Torgefahr. Ein gutes Beispiel hierfür sind die beiden Außenverteidiger des FC Liverpool. Der Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold konnte, besonders dank seiner hervorragenden Schlagtechnik, in der laufenden Premier-League-Saison bereits 12 Tore in 29 Spielen vorbereiten. Andrew Robertson, welcher auf der gegenüberliegenden Seite agiert, kommt auch auf immerhin 7 Vorlagen in 28 Partien.

Die Trainingswoche zielt darauf ab, das Offensivspiel der Außenverteidiger zu verbessern. Dabei wird auf die technischen Anforderungen der Außenverteidiger eingegangen. Diese müssen in der Lage sein, hohe Zuspiele zügig zu verarbeiten und flache Pässe sauber, aber mit Tempo in die Bewegung mitzunehmen. Außerdem braucht ein Außenverteidiger eine gut ausgebildete Passtechnik. Nicht nur, um präzise Flanken mit Effet zu spielen, sondern auch für Pässe in die Tiefe und das kurze Zusammenspiel mit Sechsern und Flügelspielern.

Neben den positionsspezifischen Technikübungen für die Außenverteidiger wird es auch um das offensive 1 gegen 1 und die Möglichkeiten des Kombinationsspiels auf dieser Position gehen. Zusätzlich wird noch auf die Rolle des Außenverteidigers im Spielaufbau eingegangen.

Autor Luis Österlein

Trainingseinheit 1

4 Übungen

Wird ein Spielsystem mit doppelt besetzten Außenbahnen gespielt, bietet sich besonders das Spiel über den Dritten, sowie das Vorder- und Hinterlaufen an, um in den Rücken des gegnerischen Außenverteidigers zu kommen. Sobald etwas Raum auf dem Flügel vorhanden ist und der äußere Mittelfeldspieler andribbelt, kann der Außenverteidiger im höchsten Tempo hinterlaufen.

Wichtig beim Hinterlaufen ist, dass der äußere Mittelfeldspieler den gegnerischen Außenverteidiger steil andribbelt und ausreichend bindet. Durch das Andribbeln diagonal in Richtung Tor, wird die Außenbahn für den eigenen Außenverteidiger geöffnet. Außerdem muss der gegnerische Außenverteidiger zusätzlich noch den Dribbelweg ins Zentrum absichern, falls der Hinterläufer nicht eingesetzt wird. Sobald der eigene Außenverteidiger fast auf der höhe des gegnerischen Abwehrspielers ist, spielt der äußere Mittelfeldspieler den Ball in die Tiefe. Doch selbst wenn der Außenverteidiger nicht eingesetzt wird, unterstützt dieser sein Team mit dem Hinterlaufen enorm. Den durch das Hinterlaufen spekulieren gegnerische Außenverteidiger oftmals auf einen Pass auf die Außenbahn, wodurch der Dribbelweg ins Zentrum geöffnet wird.

Ein Alternative den hinterlaufenden Außenverteidiger einzusetzen, ist das Spiel über den Dritten. Dabei spielt der äußere Mittelfeldspieler die ballnahe Spitze an. Diese leitet den Ball dann weiter in die Tiefe auf den Außenverteidiger, welcher zuvor den äußeren Mittelfeldspieler hinterlaufen hat.

Eine weniger geläufige Alternative zum Hinterlaufen ist das Vorderlaufen. Auch hier dribbelt der äußere Mittelfeldspieler den gegnerischen Außenverteidiger steil an und bindet diesen. Doch in diesem Fall läuft der Außenverteidiger nicht im Rücken des äußeren Mittelfeldspielers, sondern hinter dem gegnerischen Außenverteidiger, in die Tiefe. Diese Variante hat den Vorteil, dass der angespielte Außenverteidiger bereits in der Innenbahn ist, falls der gegnerische Außenverteidiger versucht nachzukommen.

Coaching Points der Einheit

Außenverteidiger

  • Eng im Rücken des ballführenden Spielers hinterlaufen
  • Im höchsten Tempo hinter- oder vorderlaufen
  • Zügig ein Anschlussaktion umsetzen (Hereingabe, ins Zentrum dribbeln und dabei den Laufweg des gegnerischen Außenverteidigers kreuzen)

Äußere Mittelfeldspieler:

  • Gegenspieler steil andribbeln und binden
  • Hinterläufer einsetzen, wenn dieser fast auf der Höhe des gegnerischen Außenverteidigers ist
  • Gegnerische Außenverteidiger spekuliert auf das Einsetzen des Hinterläufers: Dribbelweg ins Zentrum suchen
Übung 1

Ballmitnahme und Finte

15 min20 x 15 Meter
  • Der erste Spieler führt den Ball mit dem rechten Fuß zum blauen Hütchen.
  • Dort führt er eine Finte aus — Übersteiger oder Ausfallschritt.
  • Anschließend passt er zum nächsten Spieler, der die Übung identisch ausführt.
  • Die Übung läuft als Endlospassform weiter; alle Spieler laufen ihrem Pass nach.

Variationen: Die Spielrichtung nach einigen Runden wechseln.

Material & Aufbau

Feld: Vier rote Hütchen bilden ein Quadrat; jeweils drei Meter davor steht in Spielrichtung ein blaues Hütchen.

Material: 8 Hütchen in zwei Farben und mehrere Bälle.

Spieler: Die Spieler verteilen sich an den vier roten Hütchen.

Coaching Points
  • Mit Finte sowie Tempo- und Richtungswechsel am roten Hütchen vorbeigehen.
  • Mit dem ersten Kontakt sofort Tempo aufnehmen.
  • Den Ball mit dem äußeren Fuß in Richtung rotes Hütchen mitnehmen.
  • Den Pass scharf in den Vorderfuß oder in den Lauf spielen.
Übung 2

2 gegen 1 am Flügel plus Anschlussaktion

20 min
  • Der Spieler mit Ball dribbelt kurz an, spielt den Ball tief auf den äußeren Mittelfeldspieler und hinterläuft ihn im maximalen Tempo.
  • Der äußere Mittelfeldspieler nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt zum Zentrum mit, dribbelt den gegnerischen Verteidiger an und spielt im passenden Moment auf den hinterlaufenden Spieler.
  • Dieser nimmt den Ball in vollem Lauf Richtung Strafraum mit und schließt entweder selbst ab oder spielt den im Rückraum einlaufenden Stürmer flach an.
Material & Aufbau

Feld: Vier gelbe Hütchen markieren am Strafraumeck ein 4 x 4 Meter großes Abwehrfeld, ein rotes Hütchen die zentrale Position am Strafraum.

Material: 5 Hütchen, mehrere Bälle und 1 Großfeldtor.

Spieler: Ein Spieler mit Ball, ein äußerer Mittelfeldspieler, ein gegnerischer Verteidiger und ein Stürmer im Rückraum.

Coaching Points
  • Der Verteidiger weicht nach hinten und innen zurück und stellt den Weg ins Zentrum zu.
  • Besonders im Moment des Hinterlaufens weicht er zurück.
  • Sobald der Hinterläufer eingesetzt wird, schiebt er sofort an ihn heran.
Übung 3

2 vs 2 am Flügel

25 min15 x 25 Meter
  • Im markierten Feld wird 2 gegen 2 gespielt, bis ein Treffer fällt.
  • Ziel ist es, durch eines der beiden Hütchentore zu dribbeln.
  • Dauert das 2 gegen 2 länger als ein bis zwei Minuten oder hat ein Team ein Hütchentor durchdribbelt, sind die nächsten beiden Teams an der Reihe.
Material & Aufbau

Feld: Rote Hütchen markieren das Spielfeld, gelbe die Dribbeltore.

Material: Hütchen in zwei Farben und mehrere Bälle.

Spieler: Mehrere Zweierteams.

Übung 4

Hinterlaufen in der Flügelzone

30 minHalbes Spielfeld
  • Es wird frei gespielt.
  • Sobald der Ball auf einen Spieler in einer Außenzone gespielt wird, hinterläuft ein weiterer Angreifer — am besten der Passgeber.
  • So entstehen Angriffsvarianten mit Hinterlaufen oder Spiel über den Dritten. Der Verteidiger in der Außenzone wird dabei aktiv.
Material & Aufbau

Feld: Hütchen markieren Spielfeld und Flügelzone; an den Enden stehen zwei Tore.

Material: 2 Tore, Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Mannschaften und Torhüter.

Coaching Points
  • Das Spiel schnell auf die Außen verlagern und dort Überzahl herstellen.
  • Fällt ein Tor nach Hinterlaufen oder Spiel über den Dritten, gibt es einen Extrapunkt.
Die komplette Einheit als fertiger Trainingsplan – mit animierten Übungen in der Web-App. Zur Web-App

Trainingseinheit 2

4 Übungen

In der zweiten Einheit zum offensiven Positionstraining der Außenverteidiger wird es besonders um das Spielen von Hereingaben gehen. Flanken werden im Spiel von unterschiedlichen Positionen gespielt und können auch auf mehrere Wege vorbereitet werden – Nach einem Hinterlaufen von der Grundlinie, einer Spielverlagerung aus dem Halbfeld, nach einem gewonnenen 1 gegen 1 auf Strafraumhöhe, …

Wichtig beim Trainieren von Flanken ist vor allem, dass die Übung spielnah gestaltet wird. Das keine ruhenden Bälle in den Strafraum geschlagen werden, sondern die Flanken aus dem Dribbling oder nach einem Zuspiel erfolgen. Soll der Schwierigkeitsgrad weiter erhöht werden, kommt beim Spielen der Hereingaben noch Gegnerdruck hinzu.

Wie auch Flugbälle, werden Flanken mit dem Innenspann gespielt. Jedoch wird bei den Hereingaben das Stoßbein durchgeschwungen. Dadurch bekommt der Ball die gewünschte Rotation. Jedoch haben Spieler beim Trainieren von Flanken oftmals trotzdem Schwierigkeiten den Bällen ausreichend Effet zu geben. Dabei kann der zusätzliche Hinweis abhelfen, dass der Ball möglichst weit außen getroffen werden soll.

Auch bei der Präzision und der Höhe treten beim Üben der Hereingaben zu Beginn oftmals Schwierigkeiten auf. Jedoch stellen diese sich durch das regelmäßige Trainieren von Flanken meistens recht schnell ein. Haben die Spieler Probleme die Bälle hoch genug in den Strafraum zu bekommen, sollte der Ball weiter unten getroffen werden. Außerdem kann der Flankengeber etwas mehr in Rücklage gehen, um das Spielgerät weiter nach oben zu treiben. Bei der Genauigkeit entwickeln die Spieler auch durch regelmäßiges Üben ein besseres Gefühl. Dabei führt das Variieren des Anlaufwinkels und des Treffpunktes des Balles meist nach und nach zur notwendigen Präzision.

Coaching Points der Einheit
  • Flanken mit dem Innenspann spielen
  • Standbein setzt hinter dem Ball auf
  • Stoßbein durschwingen und Ball weit außen treffen, geben dem Ball Effet
  • Hereingaben aus dem Dribbling heraus spielen (keine ruhenden Bälle)
  • Ball weiter unten Treffen für mehr Höhe
  • Blick kurz vor der Hereingabe nochmals vom Ball lösen

Einlaufende Spieler:

  • Nicht zu früh einlaufen
  • Diagonal in Richtung Tor und Flankengeber einlaufen (besserer Winkel zu Ball)
  • Alle gefährlichen Räume belaufen (Rückraum, 1. & 2. Pfosten)
Übung 1

Hohe Bälle kontrollieren

20 minGemäß der Grafik
  • Der Trainer spielt abwechselnd Flugbälle auf die Spieler links und rechts.
  • Die Spieler kontrollieren den hohen Ball mit der Brust oder mit dem Fuß.
  • Anschließend dribbeln sie durch die Hütchen.
  • Zum Abschluss spielen sie einen Pass in die Minitore.
Material & Aufbau

Feld: 16 Hütchen bilden drei Bereiche: ein Rechteck unmittelbar vor dem Strafraum sowie je ein Quadrat links und rechts im Mittelfeld. Links und rechts neben dem Rechteck steht je ein Minitor.

Material: 2 Minitore, 16 Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Gruppen, die sich auf die Hütchenquadrate links und rechts verteilen. Der Trainer steht mit den Bällen im Rechteck vor dem Strafraum.

Coaching Points
  • Den Ball unter Kontrolle bringen.
  • Den Ball zügig flach machen und sofort Tempo aufnehmen.
  • Den Ball mit dem ersten Kontakt in Spielrichtung mitnehmen.
Übung 2

Raum für den Außenverteidiger freiziehen und Torabschluss

20 minHalbes Spielfeld
  • Der Außenverteidiger beginnt die Übung mit einem Pass auf den äußeren Mittelfeldspieler, der sich mit einer Auftaktbewegung aus dem Deckungsschatten der Stange löst.
  • Der äußere Mittelfeldspieler lässt den Ball auf den Sechser klatschen, verlässt seine Position und zieht parallel zum Strafraum in die Mitte.
  • Der Sechser setzt den hinterlaufenden Außenverteidiger mit einem Pass in den Raum ein.
  • Der Außenverteidiger nimmt den Ball mit und passt flach zum eingerückten rechten Mittelfeldspieler in den Strafraum.
  • Dieser bietet sich mit einem Lauf um die Stangen an und schließt ab.
Material & Aufbau

Feld: Stangen markieren die Positionen der Spieler; an einem Ende steht ein Tor mit Torhüter.

Material: 8 Stangen je Aufbau, 1 Tor und mehrere Bälle.

Spieler: Ein Außenverteidiger, ein äußerer Mittelfeldspieler, ein Sechser und ein rechter Mittelfeldspieler an ihren Stangen; dazu ein Torhüter.

Coaching Points
  • Der Außenverteidiger hinterläuft im höchsten Tempo.
  • Er achtet auf Abseits.
  • Er spielt die Flanke zügig und verzögert nicht unnötig.
  • Er spielt die Hereingabe mit dem Innenspann und ausreichend Effet.
  • Der äußere Mittelfeldspieler startet nach dem Pass sofort in Richtung Zentrum.
  • Er läuft diagonal in den Strafraum ein.
Übung 3

3 vs 2 am Flügel

20 min30 x 10 Meter auf dem Flügel
  • Das Spiel startet im Korridor im 3 gegen 2.
  • Ziel der drei Angreifer ist es, ab Höhe des gelben Hütchens eine Flanke in den Strafraum zu schlagen.
  • Die beiden wartenden Angreifer laufen mit der Flanke in den Strafraum ein und nehmen sie möglichst direkt ab.
  • Erobern die beiden Verteidiger den Ball, versuchen sie, Richtung Mittellinie aus dem Korridor zu dribbeln.

Variationen: Die Übung auch über die andere Spielfeldseite durchführen lassen.

Material & Aufbau

Feld: Auf einem Flügel wird mit Hütchen ein Korridor von etwa 30 x 10 Metern abgesteckt, der von der Mittellinie bis zur Grundlinie reicht. Auf der zum Zentrum zeigenden Korridorlinie markiert ein gelbes Hütchen die Höhe, ab der geflankt werden darf. Gespielt wird auf ein Großfeldtor.

Material: Hütchen, davon eines in abweichender Farbe, 1 Tor, Leibchen in zwei Farben, mehrere Bälle.

Spieler: Im Korridor spielen drei Angreifer gegen zwei Verteidiger. Zwei weitere Angreifer warten außerhalb des Korridors auf Höhe des Strafraums, dazu kommt ein Torhüter.

Coaching Points
  • Die Überzahl nutzen, um schnell zu kombinieren oder durchzudribbeln.
  • Die Verteidiger agieren im Raum, verstellen aber auch den Weg zur Flanke.
  • Die Angriffe zügig zu Ende spielen.
  • Entschlossen andribbeln und Gegenspieler binden.
Übung 4

Spiel | Flankenzonen

20 minDoppelter Strafraum
  • Es wird im freien Spiel mit Flankenzonen gespielt.
  • Außerhalb der Flankenzonen wird nur mit flachen Bällen gespielt.
  • Aus der Flankenzone darf und soll geflankt werden.
  • Spieler, die in die Flankenzone eindringen, dürfen nicht angegriffen werden.
Material & Aufbau

Feld: Hütchen markieren die Flankenzonen; an den Enden stehen zwei Tore.

Material: 2 Tore, Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Teams zu je fünf oder sechs Spielern sowie Torhüter.

Coaching Points
  • Bei Hereingaben sowohl den ersten und zweiten Pfosten als auch den Rückraum belaufen.
  • Vor Hereingaben ballfern absetzen, um diagonal einlaufen zu können.
  • Auch wenn die Spieler in der Flankenzone nicht angegriffen werden dürfen, wird die Flanke zügig und aus dem Lauf heraus gespielt.

Trainingseinheit 3

4 Übungen

Eine wesentliche Aufgabe der Außenverteidiger im Spielaufbau ist es, dem Spielfeld Breite und Tiefe zu geben. Dadurch, dass die Außenverteidiger im Spielaufbau eine Position hoch schieben (Ein 4-4-2 ist beispielsweise bei eigenem Ballbesitz eigentlich ein 2-4-4), werden die gegnerischen Flügelspieler weit weg vom eigenen Tor gehalten. Gelingt es den Außenverteidigern dabei auch noch die gegnerischen Flügelspieler weit nach außen zu ziehen, können die Innenverteidiger die Halbräume sehr gut bespielen.

Da im Spielaufbau Lösungsansätze sehr hilfreich sind, werden hier 3 Angriffsmuster aus dem 4-4-2, in welchen der Außenverteidiger beim Aufbauen des Spiels involviert ist, vorgestellt:

  • 4-4-2 gegen 4-4-2: Der Außenverteidiger wird vom Innenverteidiger angespielt. Daraufhin wird der Passempfänger von dem gegnerischen Flügelspieler angelaufen. Der Außenverteidiger nimmt den Ball mit dem äußeren Fuß so an, als würde dieser den Ball entlang der Linie auf den Mitspieler auf der Außenbahn spielen wollen. Der gegnerische Flügelspieler versucht den Pass entlang der Linie zuzulaufen (dabei kann eine Passfinte helfen). Dadurch wird der Dribbelweg ins Zentrum geöffnet und der Außenverteidiger kann den Ball in die Tiefe spielen.
  • 4-4-2 gegen 4-1-2-1-2: Agiert das gegnerische Team mit einer Mittelfeldraute, ist auf den Außenbahnen in aller Regel viel Raum. Wird der Ball zügig vom linken auf den rechten Außenverteidiger verlagert, kann der äußere Mittelfeldspieler sehr breit agieren und den gegnerischen Außenverteidiger nach außen ziehen. Nun sollte die Lücke zwischen dem gegnerischen Außenverteidiger und dem Innenverteidiger gut bespielbar sein. Diese kann sehr gut von der ballfernen Spitze belaufen werden. Dabei bewegt sich die ballferne Spitze parallel zur Kette. Rückt die ballnahe Spitze dabei noch etwas raus und zieht dadurch den gegnerischen, ballnahen Innenverteidiger aus der Kette, kann der Außenverteidiger die Lücke noch besser bespielen.
  • 4-4-2 gegen 4-3-3: schieben die Außenverteidiger hoch und die Außenstürmer werden mitgezogen, können die beiden Innenverteidiger die Überzahl gegenüber dem Mittelstürmer des gegnerischen Teams ausspielen. Halten die Außenstürmer dagegen die Höhe, können die Außenverteidiger sich genau so weit fallen lassen, dass diese nicht mehr im Deckungsschatten stehen. Spielt ein Innenverteidiger einen Außenverteidiger scharf an, können die 3 Stürmer mit einem guten, schnellen 1. Kontakt überspielt werden. Agieren die Außenstürmer jedoch sehr breit, können die Innenverteidiger durch die Lücken zwischen dem gegnerischen Mittelstürmer und den Außenstürmern bespielen.
Coaching Points der Einheit

Außenverteidiger im Spielaufbau:

  • Spielfeld breit und tief machen
  • Zielgerichteter 1. Kontakt (Anschlussaktion vorbereiten)
  • Nachgehen wenn der Ball überspielt wird
  • Der ballferne Außenverteidiger sichert
  • Ball mutig nach vorne mitnehmen und Tempo machen, wenn Raum vorhanden ist
Übung 1

Passparcours

15 min
  • Der Innenverteidiger startet die Übung mit einem Pass zum Außenverteidiger.
  • Danach wird die Passfolge gemäß der Grafik fortgeführt.
Material & Aufbau

Feld: Sieben Hütchen markieren die Positionen; sie liegen weit auseinander und bilden gemeinsam einen großen Rundkurs über das Feld.

Material: 7 Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: An jedem Hütchen steht ein Spieler.

Coaching Points
  • Die Übung locker beginnen und im Verlauf die Intensität steigern.
  • Die Spieler bieten sich aktiv an.
  • Den Ball so mitnehmen, dass direkt weitergespielt werden kann.
Übung 2

1 vs 1 nach Zuspiel aus dem Halbfeld

20 minHalbes Spielfeld
  • Vom gelben Hütchen aus erfolgt ein Zuspiel zum Angreifer, der den Ball zum 1 gegen 1 nach vorne mitnimmt.
  • Das blaue Hütchen dient als Orientierung für den Außenverteidiger, der mit dem Zuspiel herausrückt.
  • Der Verteidiger verstellt die Innenbahn, weicht langsam zurück und lenkt den Angreifer nach außen.
  • Nach einer Balleroberung kontert der Verteidiger auf das Hütchentor.
  • Der Angreifer darf nur nach vorne agieren.
Material & Aufbau

Feld: Rote Hütchen markieren das Spielfeld und die Hütchentore und begrenzen den Spielraum zur Mitte hin. Zwei gelbe Hütchen am Mittelkreis dienen als Startpunkte, zwei blaue Hütchen an der Mittellinie als Orientierung für den Außenverteidiger.

Material: Hütchen in drei Farben, 1 Tor und mehrere Bälle.

Spieler: Die Angreifer warten mit den Bällen an den gelben Starthütchen, die Verteidiger stehen in eigener Leibchenfarbe an den Seiten und vor dem Strafraum; dazu kommt ein Torhüter.

Coaching Points
  • Der Verteidiger verlagert den Körperschwerpunkt nach unten.
  • Er positioniert sich leicht nach innen versetzt zum Angreifer.
  • Beim Versuch eines Durchbruchs schiebt er den Körper zwischen Ball und Gegenspieler.
Übung 3

Spielaufbau, Spieleröffnung, Trichterspiel

30 min
  • Die Spieleröffnung erfolgt durch den Torhüter über einen der beiden Innenverteidiger.
  • Mannschaft Rot beginnt mit dem Pressing etwa 25 Meter vor dem Tor.
  • Es wird frei gespielt: Grün muss über die Dribbellinie kommen, Rot kann auf das Tor kontern.
  • Die in Unterzahl spielende Mannschaft versucht, den Spielaufbau zu stören und zu kontern.

Vorgaben:

  • Die Außenverteidiger schaffen Breite und stehen breit vor dem Strafraum an den Strafraumkanten.
  • Die Innenverteidiger schaffen Höhe und stehen hoch.
  • Die zentralen Mittelfeldspieler bilden Dreiecke und schaffen Anspielstationen.
  • Stürmer und Flügelspieler schaffen Tiefe.
Material & Aufbau

Feld: Ein Tor; Hütchen legen eine Dribbellinie bei zwei Dritteln des Platzes fest.

Material: 1 Tor, Hütchen und mehrere Bälle.

Spieler: Es wird 10 gegen 6 bis 10 eingeteilt, dazu ein Torhüter.

Coaching Points
  • Grün kann durch die Überzahl Breite schaffen.
  • Schnelle Kombinationen einfordern.
Übung 4

Spielaufbau im 6 gegen 6 mit Schwerpunkt 6er

30 minHalbes Spielfeld
  • Gespielt wird 6 gegen 6 mit einem Torwart.
  • Zu Spielbeginn, nach Ausbällen und nach Treffern hat immer der Torhüter von Team Gelb den Ball.
  • Team Gelb hat das Ziel, durch die Dribbeltore zu dribbeln oder einen Treffer auf einem der Minitore zu erzielen.
  • Team Grün versucht, den Ball zu erobern und einen Treffer auf dem Großfeldtor zu erzielen. Dabei lenkt es nach außen und verteidigt in einem Mittelfeldpressing.
Material & Aufbau

Feld: Vier Stangen bilden die Dribbeltore, dazu kommen zwei Minitore und ein großes Tor.

Material: 4 Stangen, 2 Minitore, 1 Tor und mehrere Bälle.

Spieler: Zwei Sechserteams und ein Torwart. Team Gelb agiert mit zwei Innenverteidigern, zwei Außenverteidigern und zwei Sechsern, Team Grün mit zwei Stürmern, zwei Flügelspielern und zwei Sechsern.

Coaching Points
  • Das Spielfeld tief und breit machen.
  • Variable Lösungen der Sechser im Spielaufbau einfordern: Der ballnahe Sechser geht, der ballferne kommt.
  • Sich gegen die Verschieberichtung anbieten.
  • Zwischen die beiden Innenverteidiger oder zwischen einen Innen- und einen Außenverteidiger fallen lassen und versuchen, die erste Reihe in Überzahl zu überdribbeln oder zu überspielen.
  • Eine Reihe überspielen und klatschen lassen — Tiefenstaffelung.
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