Inhaltsverzeichnis

    Aufbautraining, oder englisch rehabilitation, bezeichnet den behutsamen und schrittweisen Leistungsaufbau zu altem Leistungsniveau nach schwerwiegenden Verletzungen. Hierzu zählen u.a. Bänder- oder Kreuzbandrisse, die Spieler zu einer Pause zwingen. Im Rahmen des Aufbautrainings werden die Spieler wieder an das Training mit Ball und mit der Mannschaft herangeführt

    Verschiedene Verletzungsarten = Unterschiedliches Aufbautraining

    Meist macht eine schwerwiegende Verletzung des Spielers, die ihn dazu zwingt zu pausieren ein Aufbautraining erforderlich. Diese können vom Muskelfaserriss über Ermüdungsbrüche bis hin zum Kreuzbandrisse rangieren. Der Spieler muss dann eine Pause einlegen – diese kann von einigen Wochen bis hin zu 6 Monaten dauern. Oft kann es auch sein, dass die Verletzung einer Operation bedarf um behandelt zu werden. Der Mannschaftsarzt und die das restliche betreuende Personal stellen dann die Schwere und Art der Verletzung fest und arbeiten einen Plan für die Behandlung aus.

    Phase 1: Regeneration während des Aufbautrainings

    Je nach Behandlungsart (dabei spricht man in manchen Fällen entweder von konservativer oder operativer Behandlung) kann die Regenerationsdauer variieren. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, dass der Spieler behutsam wiederaufgebaut wird, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Schwere Verletzungen können bei Spielern auch tiefe psychische Folgen hinterlassen – vor allem wenn der Spieler in der Vergangenheit schon oft mit Verletzung zu kämpfen hatte. Es ist wichtig dem Verletzten den Druck zu nehmen und ihm die nötige Zeit und Unterstützung zur vollständigen Genesung zu geben. Viel hängt nun von der eigenen Disziplin des Spielers ab. Das verordnete (und freiwillige) Programm während des Aufbautrainings stellen für viele Spieler eine mühsame, oft mondäne und beizeiten belastende Aufgabe dar. Hier ist es wichtig, viel mit dem Spieler zu kommunizieren, ihm Rückhalt zu geben und wenn nötig ihn zu motivieren.

    Phase 2: Rehabilitation (Reha)

    Ist die Verletzung ausreichend verheilt, und gibt der behandelnde Arzt grünes Licht, kann der Spieler mit dem Rehabilitationstraining (oder auch Reha) beginnen. Dies umfasst zunächst Übungen ohne Ball und meist ohne dynamische Belastung, die vor Allem auf den Muskelwiederaufbau abzielen. Natürlich ist das Ziel, den Spieler so bald es geht wieder auf das Feld zu bringen und ihn mit Ball und Mitspielern trainieren zu lassen. Je nach Schwere der Verletzung ist es jedoch elementar wichtig, den Prozess behutsam anzugehen. Bei einem zu schnellen und oder falschen Wiedereinstieg ins Training mit Ball riskiert man einen Aufriss der Verletzung oder gar neue Verletzungen. In dieser Phase arbeitet der Spieler viel mit dem behandelnden Physiotherapeuten zusammen. Muskel, Bänder und Sehnen werden sukzessive aufgebaut, trainiert und gestärkt. Die Mobilität und muskuläre Widerstandskraft des Spielers werden nach und nach wiedererlangt.

    Welche Übungen kommen zur Rehabilitation in Frage?


    Phase 3: Der Einstieg ins Lauftraining

    Ein großer Schritt im Genesungsprozess vieler Rekonvaleszenten stellt der Übergang vom Kraftraum hin zum Lauftraining auf dem Platz dar. Meist befindet in diesem Stadium der Mannschaftsarzt die gesamte Muskulatur des Spielers als wieder belastbar genug um eine geringe dynamische Belastung wie dem Lauftraining ausgesetzt zu werden. Jedoch wird auch in dieser Phase sehr darauf geachtet, den Spieler nicht über zu belasten. Sprinttraining etwa folgt erst wesentlich später und die Laufeinheiten beschränken sich meist auf eine niedrige Intensität und Frequenz.

    Welche Übungen kommen für das Lauftraining in Frage?

    Phase 4: Training mit dem Ball

    Den Eintritt in diese Phase des Aufbautrainings signalisiert  die baldige Rückkehr des Spielers zum „Training auf dem Platz“. Es kann erstmals wieder mit dem Trainerteam zusammengearbeitet werden und der Spieler gewöhnt sich wieder an die Arbeit mit dem Ball. In dieser Phase wird die Belastung gesteigert und es wird versucht den Spieler wieder an Wettkampfbedingungen heranzuführen. Sprints, Drehungen, Torabschlüsse etc. stehen dann auf der Tagesordnung.

    Welche Übungen kommen für das Training mit Ball in Frage?

    Phase 5: Mannschaftstraining

    Sobald das Trainerteam den Spieler wieder für voll belastbar hält, kann er wieder ins reguläre Mannschaftstraining einsteigen. Der Spieler wird dann  an Wettkampfbedingungen gewöhnt. Sobald der Trainer den Spieler wieder für leistungsfähig genug hält, kehrt dieser dann auch in den Kader zurück. Meist kommt es nach Abschluss der Reha und des Aufbautrainings erst zu Kurzeinsätzen bis der Spieler dann  ein Spiel über die volle Dauer absolvieren kann.

    Welche Übungen kommen für das Training mit Ball in Frage?


    This is where the content for your alert goes. Best to keep it short and sweet!

    Finde diese Übung in unserer Übungsdatenbank

    Vor- und Nachteile des Aufbautrainings

    Die Vorteile des Aufbautrainings liegen auf der Hand: Der Spieler erlangt nach Abschluss des Aufbautrainings seine Leistungsfähigkeit wieder und kann dann meist wieder beschwerdefrei Fußball spielen. Im Laufe des Aufbautrainings kommt es auch oft zu einer Verbesserung der Fitness, Koordination und Mobilität, da diese Teilbereiche in diesem Zeitraum sehr intensiv und mehr als üblich trainiert werden. Mental kann ein erfolgreich abgeschlossenes Aufbautraining einen Spieler auch stärken: Mit dem Wissen, dass sich die harte und mühsame Arbeit ausgezahlt hat und mit dem Drang sich wieder auf dem Feld zu beweisen, kann die Wiedergenesung zu einem Motivationsschub führen. Der Spieler ist danach meist mental robuster und weiß mit eventuellen Rückschlägen in der Zukunft besser umzugehen. Weiterhin kann das Aufbautraining die Disziplin und Konzentrationsstärke des Spielers fördern.  Beides ist wichtig für den erfolgreichen Abschluss des Prozesses und oft bleiben diese beiden Züge in wiedergenesenen Spielern erhalten. Bei vielen Spielern führt das Aufbautraining auch zu einem besseren Bewusstsein für Verletzungsprävention. Belastungssteuerung, angemessenes Aufwärmen und Nachdehnen, eine bessere Ernährung sind alles Dinge, die dem Spieler während des Aufbautrainings nähergebracht werden und die oft auch in die Zeit nach der Verletzung von den Spielern übernommen wird.

    Nachteile ergeben sich eigentlich nur bei einem fehlerhaft ausgeführten Aufbautraining: Werden dem Spieler unrealistische Vorgaben und Fristen gesetzt, kann dies zu Frust und Demotivation führen. Ist die Belastung beim Aufbautraining zu hoch oder werden Übungen inkorrekt ausgeführt, kann dies zu einer Verschlimmerung der Verletzung oder gar neuen Verletzungen führen. Der einzige wahre „Nachteil“ am Aufbautraining ist, dass dieses sehr zeit- und kostenintensiv ist. Da es meistens aber keine Alternative dazu gibt und ein gewissenhaftes, gut betreutes Aufbautraining im besten Interesse des Spielers und somit auch des Vereins liegt, kann man dies jedoch nicht wirklich als Nachteil werten.

    Ab welchem Alter sollte Aufbautraining betrieben werden?

    Generell kommt es im Bambini- und Juniorenbereich im Fußball selten zu derart schweren Verletzungen die ein Aufbautraining benötigen. Oft reicht es , die Verletzung auszukurieren und  wieder langsam in das reguläre Training einzusteigen. Sollte trotzdem eine schwerwiegende Verletzung auftreten, wäre das weitere Vorgehen mit dem Arzt abzusprechen, da bei jungen Spielern auch die körperliche Entwicklung und Wachstum noch eine Rolle spielen. Ab dem Herrenbereich ist, vor allem für eine lange und gesunde Fußballerkarriere, ein gründliches auskurieren der Verletzung und Aufbautraining unbedingt notwendig. Mit steigendem Alter baut der Körper schließlich an regenerativen Fähigkeiten ab. Daher ist eine gründliche Behandlung und eine vollständige Genesung des Spielers essentiell.