U9 – U13: Trainingswoche 38

    Unser Autor für den Jahrestrainingsplan: Luis Österlein (U14 Trainer Dynamo Dresden).

    Der Schwerpunkt dieser Trainingswoche ist der 1. Kontakt unter Gegnerdruck. Besonders dann, wenn ein Gegenspieler in unmittelbarer Nähe ist, passieren Fehler bei der Ballverarbeitung. Dies liegt zum einen daran, dass der Gegenspieler zum Zeitpunkt der Ballverarbeitung Körperkontakt zum Passempfänger sucht. Dadurch kann der ballverarbeitende Spieler aus dem Gleichgewicht kommen und der Ball wird nicht unter Kontrolle gebracht. Zum anderen kann natürlich auch die Situation den Ball unter Gegnerdruck verarbeiten zu müssen, zu Fehlern führen. Weniger druckresistente Spieler werden durch den Gegenspieler im Nacken hektisch und verarbeiten in Konsequenz den Ball nicht sauber.

    Neben der Ausbildung einer guten Ballverarbeitungstechnik, kannst du deine Spieler auch durch folgende Hilfestellung bei der Verarbeitung des Balles unter Gegnerdruck unterstützen:

    • Lauffinten vor Zuspiel einsetzen, um sich Platz zur Ballverarbeitung zu schaffen. Soll der Ball kurz gespielt werden, kann der Passempfänger vor einem Zuspiel einen Laufweg in die Tiefe mit ein paar Schritten andeuten. Nach der Andeutung startet der Passempfänger dem Passgeber explosiv entgegen.
    • Kurz vor dem Zuspiel die Mitnahme in eine Richtung andeuten und den Ball dann in die entgegengesetzte Richtung mitnehmen. Dadurch setzt sich der Passempfänger bereits mit dem 1. Kontakt von seinem Gegenspieler ab und hat genug Platz für seine Anschlussaktion.
    • Körperspannung während des 1. Kontakts aufbauen, wenn der Gegenspieler direkt an dem Passempfänger dran ist. Dadurch kann der Ball auch sauber verarbeitet werden, wenn der Gegenspieler schiebt oder drückt.
    • Wird der Ball mit dem Fuß verarbeitet, welcher näher am Gegenspieler dran ist, kann dieser besser den Ball leichter attackieren. Deshalb sollte der Ball unter direkten Gegnerdruck möglichst immer mit dem gegnerfernen Fuß verarbeitet.

    Nicht vergessen!

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    Trainingseinheit 1

    In der ersten Trainingseinheit zur Ballverarbeitung unter Gegnerdruck wird es um den 1. Kontakt mit Gegenspieler im Rücken gehen. Ein Spielsituation, mit welcher besonders Offensivspieler konfrontiert sind. Speziell mit einem Gegenspieler im Rücken sollte der Ball mit dem gegnerfernen Fuß verarbeitet werden. Dabei sollte der Passempfänger nicht mit dem Rücken zum Gegenspieler, sondern in seitlicher Stellung zu diesem, stehen. Dadurch wird der Abstand zwischen Ball und Gegenspieler möglichst groß gehalten.

    Mit dem 1. Kontakt hat der Passempfänger dann mehrere Möglichkeiten:

    • Wenn der Gegenspieler besonders viel Druck im Rücken aufbaut, kann mit dem 1. Kontakt in diesen aufgedreht Auch in diesem Fall sollte der Ball mit dem gegnerfernen Fuß um den Verteidiger geführt werden.
    • Agiert der Gegenspieler sehr vorsichtig, kann der Passempfänger auch versuchen mit dem 1. Kontakt in eine offene Stellung zu wechseln.
    • Eine andere Option ist es, den Ball fest zu machen und zu behaupten. Dadurch überbrückt der Passempfänger Zeit, bis ein nachrückender Mitspieler anspielbar ist. Dabei sollte der Abstand zwischen Gegenspieler möglichst groß gehalten werden.
    • Den Ball zu einer Seite mit einem explosiven Antritt mitnehmen. Kann sich der Passempfänger dabei ausreichend von seinem Gegenspieler absetzen, hat dieser genug Raum für eine Anschlussaktion. Beispielsweiße den Ball weiter in die Tiefe spielen, den Abschluss zu suchen oder im Dribbling zu bleiben.
    Coaching Points

    • Ball mit dem gegnerfernen Fuß verarbeiten
    • Verteidiger hält großen Abstand: mit dem 1. Kontakt vor diesem aufdrehen
    • Gegenspieler verteidigt sehr eng: in diesen aufdrehen
    • In seitlicher Stellung zum Gegenspieler agieren (Abstand zwischen Ball und Gegenspieler groß gehalten + Gegenspieler ist leichter zu beobachten)


    Übung 1 – Eckchen Klassik

    Organisation
    • 4 Hütchen
    • Abstand je nach Anzahl der Spieler
    Dauer/Spieleranzahl
    • 15min
    • min: 5
    Durchführung

    Es wird innerhalb des markierten Feldes im 4 gegen 1 auf Ball halten. Berührt der Verteidiger den Ball oder geht der Ball ins Aus, wechselt der Verteidiger zu den ballbesitzenden Spielern. Der Spieler, welcher den Ballverlust verursacht hat, wird zum Verteidiger.

    Coaching Points

    • In Bereitschaftsstellung agieren
    • Erfolgreiche Pässe in Folge können als Ansporn laut mitgezählt werden
    • Variationsmöglichkeit: Übung mit 2 Pflichtkontakten durchführen

    Autor

    Tobias Günther

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    Übung 2 – Ballmitnahme mit Gegner und Tor im Rücken

    Organisation
    • Vor dem Strafraum eine Hütchenwand aufbauen.
    • Starthütchen ca. 15 Meter vor der Hütchenwand positionieren (Aufbau je nach Altersklasse/Spielstärke)
    Dauer/Spieleranzahl
    • 15min
    • min: 5 + 1 Torhüter
    Durchführung

    Spieler A steht mit den Rücken direkt vor der Hütchenwand. Spieler B spielt ein Pass in den Fuß von Spieler A. Spieler A nimmt den Ball zur Seite mit und versucht mit den 1. Ballkontakt Raum und Zeit zu gewinnen. Anschließend schließt Spieler A aus der Drehung ab oder starten zum Tempodribbling und schließt anschließend ab.

    Hinweis

    Da der Angreifer nicht wie gewohnt schon vor einer 1 gegen 1 Situation Tempo aufnehmen kann, soll eine Temposteigerung möglichst schon mit den 1. Ballkontakt erfolgen.

    Vom Leichten zum Schweren:

    1. Mitnahme mit der Innenseite.
    2. Auftaktfinte & dann Mitnahme mit der Innenseite
    3. Mitnahme mit der Außenseite
    4. Auftaktfinte & dann Mitnahme mit der Außenseite
    Hütchenabstände

    15 Meter (je nach Alters und Leistungsstand)

    Coaching Points

    • Zu beiden Seiten aufdrehen, um die Mitnahme mit beiden Füßen zu trainieren
    • Variationsmöglichkeit: kurz vor dem Zuspiel dem Ball einige Meter entgegen gehen und mit dem 1. Kontakt in eine offene Stellung wechseln. Anschließen mit einer Finte an der Stangenwand vorbei gehen und abschließen

    Autor

    Simon Görbing

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    Übung 3 – Nummernzweikampf

    Organisation
    • Tor mit Torhüter
    • 6-8 Spieler in 2 Gruppen aufteilen und jede Gruppe durchnummerieren
    • Die beiden Gruppen an den Torpfosten aufstellen
    • Der Trainer steht mit Bällen 20 m vor dem Tor
    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 6 + 2 Torhüter
    Durchführung

    Der Trainer ruft eine Nummer auf und spielt einen Ball ein. Die aufgerufenen Spieler kommen im Sprint entgegen und spielen im 1 gegen 1 auf das Tor

    Variation

    Mehrere Nummern aufrufen zum 2 gegen 2 bzw. 3 gegen 3

    Coaching Points

    • Wenn genug Vorsprung zum Gegenspieler vorhanden ist, mit dem 1. Kontakt in eine offene Stellung wechseln
    • Körperfinten einsetzen, um den Gegenspieler zum Umspielen
    • Zielstrebig zum Abschluss kommen

    Autor:

    Willi Becker

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    Übung 4 – 4 gegen 4 mit Stürmerzone

    Organisation
    • Spielfeld zwischen Sechzehner und Mittellinie abgrenzen
    • 2 Kleinfeldtore mit Torhütern
    • Vor den Toren, entsprechend der Altersstufe, eine „Stürmerzone“ markieren
    Dauer/Spieleranzahl
    • 35min
    • min: 10 + 2 Torhüter
    Durchführung

    Gespielt wird im 5 gegen 5. Jede Mannschaft bestimmt einen Stürmer, der in der Stürmerzone bleiben muss. Diese darf kein anderer Offensivspieler betreten. Die Verteidiger dürfen die Zone betreten und wieder verlassen. Allerdings darf sich nicht mehr als ein Verteidiger gleichzeitig darin aufhalten. Ziel des Spiels ist es den Stürmer in Position zu bringen, der sich dann im 1 gegen 1 durchsetzen soll. Tore des Stürmers innerhalb der Zone zählen doppelt. Tore, welche außerhalb der Stürmerzone erzeilt werden zählen einfach.

    Wichtig:

    • Diese Spielform soll das 1 gegen 1 aller Spieler verbessern. Stürmer regelmäßig austauschen
    • Besonderen Blickpunkt auf die Aktionen des Stürmers und die richtige Ausführung (Freimachen, Körpertäuschungen, Rausdrehen, etc.)

    Coaching Points

    • Ball mit dem gegnerfernen Fuß verarbeiten
    • Körperfinten mit dem 1. Kontakt anwenden, um Raum für Abschluss zu gewinnen
    • In seitlicher Stellung zum Gegenspieler agieren
    • Verteidiger steht sehr eng im Rücken: mit dem 1. Kontakt in diesen aufdrehen

    Autor

    Philipp Grobelny

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    Trainingseinheit 2

    In dieser Trainingseinheit wird es darum gehen, den 1. Kontakt mit Täuschungen oder Körperfinte zu verbinden. Dadurch kann der Gegenspieler verladen werden und der Passempfänger hat genug Raum für eine Anschlussaktion.

    Wird beispielsweiße ein Flügelspieler angespielt, welcher zeitgleich von einem Gegenspieler seitlich aus dem Zentrum angelaufen wird, hat dieser mehrere Möglichkeiten Täuschungen oder Körperfinten einzusetzen:

    • Der Flügelspieler kann dem Ball mit einem Ausfallschritt mit dem hinteren Bein entgegen gehen, um eine Ballmitnahme in Richtung eigenes Tor anzudeuten. Stattdessen lässt der Flügelspieler den Ball auf den Vorderfuß durchlaufen und nimmt diesen mit eine Tempowechsel nach vorne mit. Dabei ist es auf oftmals möglich direkt den Laufweg des Gegenspielers zu kreuzen.
    • Eine andere Option ist, dass der Flügelspieler kurz vor dem 1. Kontakt einen Ausfallschritt nach vorne macht und auch das Körpergewicht nach vorne verlagert. Dadurch wird der Gegenspieler in Rückwärtsbewegung gebracht und der Ball kann in offener Stellung angenommen oder ins Zentrum mitgenommen werden.
    • Der Flügelspieler kann den Kontakt auch nur andeuten. Dafür geht dieser dem Pass entgegen. Wird der Flügelspielspieler eng von dem Gegenspieler verfolgt, kann der Außenbahnspieler den Ball durch die Beine laufen lassen und explosiv in die Tiefe wegstarten. Da der Gegenspieler durch die Bewegung in Richtung mit einer Mitnahme nach hinten gerechnet hat, ist dieser noch in der Vorwärtsbewegung.
    • Eine weitere Möglichkeit ist es, dass der Spieler kurz vor dem 1. Kontakt eine Pass- oder Schussfinte durchführt

    Doch selbst wenn der Gegenspieler sich durch eine Finte oder Körperfinte verladen lässt, hat die Täuschung keinen Effekt, wenn der anschließende 1. Kontakt nicht gut ist.

    Coaching Points

    • Beim Einsatz von Körperfinten vor dem 1. Kontakt Körperschwerpunkt ausreichend verlagern
    • Ball mit einem explosiven Tempowechsel in die Bewegung mitnehmen
    • Körperfinten: Erst kurz vor dem 1. Kontakt die Richtung wechseln
    • Bei Schuss- oder Passfinten vor dem 1. Kontakt auf Authentizität der Finten achten


    Übung 1 – Stangenwald

    Organisation
    • Feld mit 15x 15m markieren
    • Die Ecken mit Hütchen in 4 verschiedenen Farben markieren
    • Mehrere Stangen in dem Feld verteilen
    Dauer/Spieleranzahl
    • 20min
    • min: 6
    Durchführung

    Die Spieler dribbeln frei im Feld. Der Trainer gibt mit einem akustischen Signal eine Farbe vor. Das Eckhütchen mit der entsprechenden Farbe muss umdribbelt werden. Anschließend dribbeln die Spieler wieder ins Feld.

    Hinweis

    Übung auuch ohne Ball möglich

    Feldgröße

    15x15m

    Coaching Points

    • Enge Ballführung
    • Blick vom Ball lösen
    • Das Dribbling im Feld kann mit Zusatzaufgaben ergänzt werden (vor den Stangen mit einer Finte abkappen, Stangen mit Finten umspielen, Ballführung nur mit links/rechts, …)
    • Variationsmöglichkeit: Statt dem akustischen, ein visuelles Signal geben

    Autor

    Christian Huber

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    Übung 2 – 1 gegen 1 Passspiel Anschlussaktion

    Organisation

    Bälle, Hütchen.

    Dauer/Spieleranzahl
    • 20min
    • min: 6
    Durchführung

    Je 1 Spieler positioniert sich mit Ball an je einer Spielfeldseite. Die Spieler stehen dabei hinter einem Hütchentor mit einer Breite von 3m. Im Feld spielen zwei Spieler im 1 gegen 1. Der angreifende Spieler fordert den Ball von einem der äußeren Spieler. Der Passempfänger erhält einen Punkt, wenn der ballführende Spieler zu dem äußeren Spieler auf der gegenüberliegenden Seite passt.

    Coaching Points

    • Körperfinte vor dem 1. Kontakt durchführen
    • Versuchen mit dem 1. Kontakt in eine offene Stellung zu kommen
    • Gegenspieler direkt im Rücken: Ball mit dem gegnerfernen Fuß verarbeiten
    • Bei den Körperfinten den Körperschwerpunkt ausreichend verlagern

    Autor

    Benjamin Müller

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    Übung 3 – 4 gegen 4 in 3 Zonen

    Organisation
    • 55x40m großen Rechteck aufbauen
    • Das Feld in 3 Zonen unterteilen
    • 2 Teams mit je 4 Spielern bilden
    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 8
    Durchführung

    In den Verteidigungs- bzw. Angriffszonen befinden sich je ein 1 Stürmer und 1 Abwehrspieler. In der Mittelzone befinden sich jeweils 2 Mittelfeldspieler jedes Teams. Das Spiel startet mit einem Zuspiel des Trainers auf einen ballfordernden Abwehspieler. Ziel ist es, den Ball von der Abwehr- in die Mittelzone und dann in die Angriffszone zu spielen, um dort auf eines der beiden Hütchentore zum Abschluss zu kommen. In der Mittelzone ist ein Rückpass in die Abwehrzone nicht erlaubt.

    Coaching Points

    • Versuchen mit dem 1. Kontakt in eine offene Stellung zu kommen
    • Körperfinten oder Passfinten vor dem 1. Kontakt einsetzen
    • In den vorderen Zonen aus dem Deckungsschatte der Gegenspieler lösen
    • Mit Gegenspieler im Rücken den Ball mit dem gegnerfernen Fuß verarbeiten

    Autor:

    Joachim Schwarz

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    Übung 4 – 3 gegen 3 im abgesteckten Feld

    Organisation
    • Je Mannschaft verteilen sich drei Spieler auf dem abgesteckten Spielfeld. Die Torhüter nehmen ihre Position im Tor ein. Bälle werden in die Tore verteilt.
    • 6 Hütchen, 2 Kleinfeldtore
    • Feldgröße der Altersklasse anpassen
    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 12 + 2 Torhüter
    Durchführung

    Die beiden Mannschaften spielen im 3 gegen 3 + Torhüter. Ziel ist es in zwei Minuten volles Tempo zu gehen und Tore zu erzielen bzw. verhindern. Danach werden die Feldspieler gewechselt.

    Hinweis
    • Die beiden Teams versuchen alle Facetten des Feldspielertrainings abzudecken
    • Die Torhüter organisieren ständig ihr Team
    • Das Stellungsspiel ist von enormer Bedeutung

    Coaching Points

    Möchtest du den Fokus weiterhin stark auf die Ballverarbeitung unter Gegnerdruck legen, kannst du die Torhüter mit Ball nur vor ihrem Tor agieren lassen. Dadurch könne diese nicht andribbeln und Gegenspieler binden, wodurch ein Feldspieler frei wird.

    Autor:

    Christian Titz

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