U9 – U13: Trainingswoche 46

    Unser Autor für den Jahrestrainingsplan: Luis Österlein (U14 Trainer Dynamo Dresden).

    Spätestens mit dem Wechsel auf das Großfeld werden auch lange Bälle eine Option für das Spiel. Zum einen, weil die Feldgröße mehr Möglichkeiten für weiträumige Spielverlagerungen bietet, und zum anderen, weil die Spieler aufgrund der körperlichen Voraussetzungen auch gegeben sind, um weite Bälle zu spielen und anzunehmen.

    Doch um lange Bälle in das eigene Spiel zu integrieren, bedarf es nicht nur einer guten Stoßtechnik und ein gewisses Maß an Kraft, sondern auch an einer guten Ballverarbeitung.

    Beim Verarbeiten von hohen Bällen müssen die Spieler erstmal ein Gefühl für die Flugkurve des Balles entwickeln, um sich in die richtige Position zu bringen. Erfolgt die Ballannahme in einer Spielform bzw. einer Übung mit Gegnerdruck, muss sich der Spieler vororientieren. Das hat 2 Gründe. Ein wesentlicher Zweck, welche die Vororientierung erfüllt ist, dass der Passempfänger sich auf den Gegnerdruck einstellen kann. Besonders, wenn der Ball sehr lange unterwegs ist, haben Gegenspieler Zeit, um Spieler bei der Ballverarbeitung zu stören. In diesem Fall sollte sich der Passempfänger robust, aber fair gegen seinen Gegenspieler durchsetzen.

    Der 2. Grund für die Vororientierung ist, dass bereits mögliche Anschlussaktionen erkannt werden können. Dadurch kann die Ballan- bzw. -mitnahme bereits zielgerichtet umgesetzt werden.

    Erreicht der Ball den Spieler, kann dieser sehr gut mit der Brust, dem Oberschenkel oder der Innenseite angenommen werden. Doch auch mit anderen Körperteilen, wie dem Spann oder der Außenseite, können hohe Bälle verarbeitet werden.

    Sobald die Ballannahme eines Flugballes erfolgt ist, gilt es keine Zeit zu verlieren. Der Ball sollte schnellstmöglich flach gemacht werden, um eine bessere Kontrolle über das Spielgerät zu bekommen. Dafür erfolgt der 2. Kontakt direkt nachdem der Ball den Boden berührt. Stellt die Annahme hoher Bälle keine allzu große Herausforderung mehr da, kann der Ball auch direkt mitgenommen werden, um in der Bewegung flach gemacht zu werden. Der Ball kann sogar mit dem ersten Kontakt flach gemacht und mitgenommen werden. Auch hierfür wird der Ball unmittelbar nach dem Aufprallen mit der Innen- oder Außenseite des Fußes berührt.

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    Trainingseinheit 1

    Das An- und Mitnehmen hoher Bälle stellt eine deutlich größere Herausforderung als das Verarbeiten von flachen Bällen dar. Um Sicherheit bei der Ballverarbeitung von hohen Bällen zu bekommen, sollten die Trainingsübungen zu Beginn etwas leichter gewählt werden. Im Verlauf der Einheit bzw. der Woche kann die Ballan- und mitnahmen der hohen Bälle dann schrittweise schwieriger werden.

    Zu Beginn bietet es sich an, dass die Bälle dem Mitspieler erstmal aus kürzer Distanz zugeworfen werden. Dadurch ist der technische Anspruch noch nicht so hoch, da der Ball nicht so druckvoll, wie bei einem Flugball ist. Die geworfenen Bälle können im ersten Schritt angenommen, im zweiten Schritt mitgenommen und im dritten Schritt aus der Bewegung heraus mitgenommen werden. In beiden Fällen gilt, dass der Ball schnellstmöglich flach gemacht werden sollte.

    Wenn die Spieler bereits sehr sicher beim Verarbeiten von zugeworfenen Bällen sind, kann nun dazu übergegangen werden Flugbälle zu verarbeiten. Auch hier sollte erstmal eine Ballannahme mit dem 1. Kontakt trainiert werden, bevor der Ball direkt mitgenommen wird.

    Um das Training zur Verbesserung der Ballan- und mitnahme möglichst spielnah zu gestalten, sollten im Hauptteil der Einheit die Ballverarbeitungen mit Anschlussaktionen und Gegnerdruck verbunden werden.

    Coaching Points

    • Mit der Ballberührung etwas nachgeben
    • Ball zielgerichtet an- und mitnehmen (Anschlussaktion)
    • Ball zügig flach machen (Ball mit dem Bodenkontakt berühren)
    • Vororientieren, wenn der Ball länger in der Luft ist
    • Ballverarbeitung schnellstmöglich umsetzen


    Übung 1 – Verarbeiten hoher Bälle

    Organisation

    Vier Hütchen in Drachenform (35×12 Meter) aufbauen. Die Positionen B-D einfach besetzen. 2-5 Spieler mit je einem Ball stehen an Position A.

    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 5
    Durchführung

    Spieler A absolviert einen Einwurf zu B(1). Spieler B nimmt den Ball an, macht ihn flach und passt zu C(2). C lässt den Ball klatschen(3) und B spielt mit dem zweiten Ballkontakt einen Pass zu D(4). Spieler D kontrolliert den Ball, umdribbelt den Dummie mit einer Finte(5) und geht weiter zur Startposition. Die Spieler wechseln nach jeder Aktion eine Position weiter. Sobald B neu besetzt ist, startet der nächste Durchgang.

    Variation

    Lassen Sie die Spielrichtung wechseln. Die Übung startet bei Position C.

    Hinweis

    Tipp: Die hohen Bälle im Idealfall nach zwei Ballkontakten kontrollierten. Zunächst den Ball mit dem entsprechenden Körperteil abtropfen lassen und dann per Dropkick in die gewünschte Richtung spielen.

    Coaching Points

    • Ball in die Spielrichtung an- oder mitnehmen
    • Ball mit dem 2. Kontakt flach machen
    • Mit der Berührung des Balles mit dem Körperteil etwas nachgeben
    • Auf ein spielnahes Tempo achten (nach ausreichender Erwärmung)

    Autor

    Wolfgang A. Metzger

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    Übung 2 – Koordination mit Sprints

    Organisation

    2 Koordinationsleitern, 10 Muldenhauben, 5x 1m Stange, 5 Slalomstangen, 2 rote Hütchen, 2 gelbe Hütchen

    Dauer/Spieleranzahl
    • 20min
    • min: 6
    Durchführung

    Spieler in 2 Gruppen aufteilen und an der Grundlinie aufstellen. Rechte Seite: Die Spieler gehen in schneller Schrittfolge durch die Koordinationsleiter. Nach der Leiter kommt ein kurzer Sprint über 6-7m. Danach rennen die Spieler im schnellen Tempo durch den Slalomparcours. Anschließend folgt nochmal eine Strecke von 10-12m gesprintet, welche gesprintet wird. Ab der Grundlinie gehen die Spieler in einem lockeren Tempo zur anderen Seite. Linke Seite: Mit einer schnellen Schrittfolge (links anfangs immer 6 Schritte pro Sprosse: 2 links, 2 Mitte, 2 rechts) durch die Leiter. Danach folgt einen Sprint über 6-8m, bevor es an die Mini-Hürden (Muldenhürden) geht. Hier ist auch auf Schnelligkeit zu achten. Anschließend folgt wieder ein Sprint über 10-12m. Ab der Grundlinie wird ausgelaufen und zur rechten Seite gegangen.

    Coaching Points

    • Auf dem Vorderfuß agieren
    • Parcours auf dem kürzesten Weg durchsprinten
    • Hände richtig mitnehmen
    • Schnelle, kraftvolle Schritte zur Beschleunigung

    Autor

    Sven Beyer

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    Übung 3 – Hohe Bälle kontrollieren

    Organisation
    • Zwei Mini Tore
    • 16 Hütchen
    • Bälle
    • 2 Gruppen (gleiche Anzahl an Spielern)
    Dauer/Spieleranzahl
    • 20min
    • min: 6
    Durchführung

    Der Trainer steht im Hütchenrechteck am Strafraum. Die Spieler bzw. die Gruppen sind verteilt auf die Hütchenrechtecke links und rechts. Der Trainer spielt  abwechselnd Flugbälle nach links und rechts auf  die Spieler in den Hütchenrechtecken. Die Spieler verarbeiten den Ball, dribbeln durch den Parcours aus Hütchen und schließen auf das Mini-Tor ab.

    Hinweis

    Übung kann auch mit Toren und Torhütern durchgeführt werden.

    Feldgröße

    Siehe Zeichnung

    Coaching Points

    • Ball zügig flach machen
    • Mit der Ballberührung etwas nachgeben
    • Ball in Spielrichtung an- und mitnehmen
    • Beidfüßiges Dribbling
    • Auf ein spielnahes Tempo bei der Ballverarbeitung, dem Dribbling und dem Pass in das Mini-Tor achten

    Autor:

     Ercüment Sahin

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    Übung 4 – Ballannahme und Torschuss

    Organisation

    Halbes Kleinfeld mit gegenüberstehenden Kleinfeldtore aufbauen. Jeweils 10 m vom Tor einen Dummie aufbauen.

    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 6 + 2 Torhüter
    Durchführung

    Die Spieler sprinten um den Dummie. Der Trainer wirft den Ball (hoch oder halbhoch) zum Spieler, der diesen Ball annimmt und sofort zum Torschuss kommt. Der Spieler läuft nun weiter zum gegenüberstehenden Trainer. Der Trainer spielt den Ball flach zum Spieler, der den Ball wieder annimmt und sofort zum Torschuss kommt.

    Hinweis
    • Die Spieler müssen in Kombination hohe, halbhohe und flache Bälle annehmen.
    • Vorsichtig beim Kreuzen der Laufwege agieren

    Coaching Points

    • Genug Pause zwischen den Durchgängen machen
    • Auf ein hohes Tempo achten
    • Mit dem 2., spätestens dem 3. Kontakt zu Abschluss kommen

    Autor

    Wolfgang A. Metzger

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    Trainingseinheit 2

    Lange Bälle können vor allem dann ein effektives Mittel sein, wenn der Gegner sehr weit in Richtung Ballseite verschiebt. Der freie Raum auf der ballfernen Seite kann dann mit einem Flugball angespielt werden.

    Doch um diesen freien Raum effektiv nutzen zu können, muss der Ball schnellstmöglich verarbeitet werden. Dafür wird ein gutes Gefühl für den Ball und die Flugkurve benötigt. Entscheidend bei der Annahme von hohen Bällen ist, dass dem Ball mit der Berührung etwas nachgegeben wird.

    Zusätzlich sollte die Annahme natürlich in Spielrichtung erfolgen. So kann beispielsweise bei einer Brustannahme der Oberkörper mit der Ballberührung etwas in Spielrichtung eingedreht werden.

    Wurde der Ball dann flach gemacht, sollte sofort Tempo aufgenommen werden bzw. zügig eine Anschlussaktion umgesetzt werden. Dafür kann es hilfreich sein, sich vorzuorientieren, wenn der Ball in der Luft ist.

    Coaching Points

    • Mit der Ballberührung etwas nachgeben
    • Ball zügig flach machen
    • Ball in Spielrichtung annehmen
    • Vororientieren


    Übung 1 – Verarbeiten hoher Bälle

    Organisation

    10 Meter von dem Starthütchen entfernt ein Stangentor (Breite: 4 Meter) aufbauen. Ein Spieler steht hinter dem Stangentor und 2-4 Spieler mit je einem Ball an der Startposition.

    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 4
    Durchführung

    Der erste Spieler an der Startposition wirft einen Ball zum Spieler hinter dem Stangentor. Dieser absolviert eine Ballan- und Mitnahme, geht rechts am Stangentor vorbei und dribbelt zur Startposition. Nach dem Einwurf geht der Spieler, welcher den Ball geworfen hat, hinter das Stangentor. Dieser erhält einen Wurf von dem nächsten Spieler in der Reihe.  Wettbewerb:

    Variation

     Den Ball links am Stangentor vorbei mitnehmen.

    Hinweis

    Tipp: Den Ball so werfen, dass dieser entweder mit der Brust oder dem Bein kontrolliert werden kann. Direkt den ersten Bodenkontakt des Balls nutzen, um ihn per Dropkick in die gewünschte Richtung mitzunehmen. Den Ball mit dem entsprechenden Körperteil nach oben abtropfen lassen und nicht nach vorne wegspringen lassen.

    Coaching Points

    Variationen:
    • Ballannahme mit der Brust/Innenseite/Oberschenkel
    • Ballmitnahme mit dem 1. Kontakt mit der Brust/Innenseite/Außenseite/Oberschenkel

    Autor

    Wolfgang A. Metzger

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    Übung 2 – Koordination

    Organisation

    2 Koordinationsparcours einrichten und davor je 1 Minitor gemäß Abbildung aufstellen.

    Dauer/Spieleranzahl
    • 20min
    • min: 6
    Durchführung
    • Auf ein Startsignal des Trainers durchlaufen die ersten Spieler (A) beider Gruppen den Parcours.
    • Im Anschluss erhalten sie einen Pass von B, den sie vor der Hütchenlinie ins Minitor passen (max. 2 Kontakte).
    • Der Zuspieler und Passgeber wechseln die Aufgaben.
    • Welches Team erzielt zuerst 10 Treffer?

    Coaching Points

    • Hände richtig mitnehmen
    • Auf dem Vorderfuß agieren
    • Oberkörper über den Ball beugen
    • Standfuß setzt neben dem Ball auf
    • Druckvoll abschließen

    Autor

    Thomas Elfers

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    Übung 3 – Torschussübung mit dem Schwerpunkt Ballannahme und Mitnahme

    Organisation

    Vier Positionen entsprechend der Zeichnung aufbauen. Abstand B zu C: ca. 35 Meter (Distanz gegebenenfalls der Altersklasse anpassen). D steht zentral zum Tor auf Höhe von Hütchen C. Position B einfach und die Positionen C und D doppelt besetzen. 2-6 Spieler mit je einem Ball zu A.

    Dauer/Spieleranzahl
    • 25min
    • min: 7 + 1 Torhüter
    Durchführung

    Spieler A wirft zu B(1). Spieler B kontrolliert den Ball in Richtung C und spielt einen Flugball zu C(2). Spieler C nimmt den hohen Ball Richtung D an und mit(3). Spieler D läuft in Richtung Tor und erhält von C ein Zuspiel(4). D nimmt den Ball an und mit, fintiert(5)und kommt vor dem Strafraum zum Torabschluss (6).

    Hinweis

    Wettbewerb: Welcher Spieler erzielt zuerst drei Tore?

    Variation

    Die Hütchen A-C auf der anderen Torseite aufbauen. Dann gleicher Ablauf von dort.

    Coaching Points

    • Auf ein spielnahes Tempo achten
    • Ball direkt in die Spielrichtung an- bzw. mitnehmen
    • Ball zügig flach machen
    • Flugball mit Unterschnitt und ohne Effet spielen
    • Mit der Ballberührung etwas nachgeben

    Autor:

    Wolfgang A. Metzger

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    Übung 4 – Ballan und Mitnahme mit Torschuss

    Organisation
    • siehe Aufbau
    • 8 Stangen
    • 2 Hütchen
    Dauer/Spieleranzahl
    • 20min
    • min: 6 + 1 Torhüter
    Durchführung

    A passt den Ball zu B. Der dreht auf, nimmt denn Ball mit und schließt ab. Spieler tauschen im Anschluss die Aufgaben.

    Variationen
    • Der Ball wird mit einem Einwurf zugespielt
    • Spieler A spielt einen Chipball zu B

    Coaching Points

    • Vor dem Zuspiel andribbeln
    • In offener Stellung anbieten
    • Ball mit dem Vorderfuß mitnehmen
    • Auf ein spielnahes Tempo achten
    Chipball/Einwurf:
    • Mit der Ballannahme in Spielrichtung aufdrehen
    • Ball zügig flach machen

    Autor:

    Jürgen Mayr

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